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  Das Moor, in dem der Tode lauert {IV}

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 Leithra

Elite | Wölfin
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BeitragThema: Das Moor, in dem der Tode lauert {IV}   Mo 01 Feb 2016, 19:11

Dunkelheit. Eine gespenstische Stille. Ein Rascheln im Schilf. Dann ist es wieder still. Ihr habt das Schwarze Moor erreicht, das seinen Namen nicht umsonst trägt.
Obwohl es am Tage freundlich aussieht, sollte man seinen Schritten nicht trauen. Zu hoch ist die Gefahr, auf eine Stelle zu treten, die einen nicht trägt - denn aus eigener Kraft wird es dann unmöglich, sich zu befreien - erst recht, wenn es Nacht wird. Denn in der Nacht verschmelzen die Konturen dieses Sumpfgebietes zu einer undruchdringlichen Masse aus Schwärze, und selbst der Mond scheint dieses Gebiet nicht zu erleuchten, so finster ist es.

Besondere Orte:
>Skillets Höhle/Baumloch

_________________
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 Skillet

Einzelgänger
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BeitragThema: Re: Das Moor, in dem der Tode lauert {IV}   Do 04 Feb 2016, 20:19

First Post - Plot IV

Chapter 10.0
Willkommen am stinkensten Ort ganz Numior’s. Ich rümpfte die Nase, bleckte die Fänge, leckte mein schwarzes Lefzenfleisch. Die kleinen, rotbraunen Augen öffneten sich träge, blickten mit erkannter Missgunst in die widerlich fauligen Nebelschleier. Der Morast unter meinen Pranken war hart getrocknet, teilweise brüchig – Gase traten unter der toten Erde hervor, welche vorher noch vom weichen Schlamm begraben worden waren. Man konnte es auch kurz sagen… war das Moor im Frühling schon ein widerwärtiger Ort, von grausiger, schlechter Atmosphäre, so war er im Sommer mehr eine verwesende Leiche, stinkend, unbeweglich… einfach ungemütlich. Aber ich vergötterte die Stille, die dieser Ort im Herzen trug. Wo kaum andere Wölfe es länger als wenige Stunden aushielten, verharrte ich regungslos wie ein blutgieriger Zeck auf einem Baum, der sich nur dann bewegte, wenn er die Chance auf Nahrung witterte. Mein olfaktorischer Sinn war gegen die üblen Gerüche abgestumpft, wenn Fremde mich erblickten, würde es mich kaum verwundern, wenn sie mich für eine eingefleischte, fabelhafte Gestalt aus dem Moor hielten. Zugegeben, war ich weder sonderlich verdreckt, noch penibel sauber… aber in den ganzen Monden die ich hier verbrachte, auch noch während der Zeit unter Naamio’s stählern grauen Augen, hatte es nie einen Platz gegeben, in dem sich mein Bild besser gefügt hätte. Nun im Sommer staute sich hier jedoch eine ungemütliche Stickigkeit – es war besser als mit schwarzem, dichten Pelz in der blanken Sonne am besten noch im Zenit zu rösten, aber diese Jahreszeit war einfach unerträglich. Mücken summten über den vor Gasen blubbernden Schlammseen in unermesslicher Zahl, Hitze drückte sich auf die Lebewesen – von dem dubiosen Wassermangel war gar nicht mal anzufangen. Ich hatte Numior stets als paradiesisches Habitat betrachtet, mit sattgrünen Wiesen, fruchtbaren Wäldern – dem quellenden Fluss, der in dem See mündete und mit zahlreicher Beute.  Jetzt schien sich der unbegründete Zwist zwischen den zwei bewohnenden Rudeln endlich mal zu lohnen – nicht, dass es mich interessierte. Nord und Süd hatten gleichermaßen wenig Interesse am Moor, trotzdem es eigentlich im Rudelgebiet des Nordrudels lag. Nein, dieser Ort war wie ein ganz eigenes Revier, es war nicht zu bändigen, nicht mal von mir. Man konnte sich gegenseitig tolerieren, aber wer meinte es zu beherrschen und übermütig wurde, wurde leicht verschluckt. Ein herrlich dreckiger, morbider Humor und da sagten manche, Orte besäßen keinen Charakter.

Langsam und genüsslich hievte ich mich auf, schmatzte gierig – die letzten zwei Monde waren angenehm gewesen, kaum Vorfälle. Mein Gedächtnis hatte dann und wann mal wieder ausgesetzt, wenn auch nicht weit so dramatisch wie im letzten Winter. Ein paar Schlafparalysen – dann, einmal hatte ich mir eingebildet Pain zu sehen. Aus dem Busch heraus hatte ich seine dreckige Visage erkannt, gehetzt hatte er sich umgeblickt… Kräuter gerupft wie ein hirnloser Rehbock. Er hatte noch dieselben blassen, gierigen Augen – dasselbe selbstgefällige, zynische Grinsen einer hoffnungslosen Lage, die sein verkorkstes Mindset mit Humor nahm. Mir war fast, als konnte ich das perverse, lüsterne Glänzen in seinen kleinen Pupillen sehen… aber es war nicht real. Was würde er auch hier wollen, so ganz alleine, ohne Force? Er war genauso wenig echt wie Whisper, Secret Dead … und die schwarzen, teertropfenden Gestalten die mich in meinem Schlaf verfolgten, mich paralysierten und meinen Atem raubten. Vor wenigen Wochen war ich erneut auf’s kleine Bambi getroffen, wenigstens eine Person die nicht meinen Fantasien entsprang. Die Jungfähe hatte sich durchs Moor gebahnt, in ihrer Naivität natürlich vollkommen allein – es grenzte an ein Wunder, dass es sie nicht verschluckt hatte, aber sie war eindeutig auf der Suche nach mir gewesen. Was auch immer ihre Intention dabei war. Sie hielt mich bei Laune, ihr unvoreingenommenes Denken war erfrischend und solange sie sich keine Fehler erlaubte, gab es keinen Grund sie verschwinden zu lassen. Auch Akóns Spuren hatte ich in letzter Zeit wieder vermehrt wahrgenommen – ein gutes Zeichen, dass er noch lebte und sich auffällig oft bei den Nord herumtrieb. Falls er mich gesucht hatte, hatte er mich jedoch nicht gefunden und ich persönlich hatte trotz unseres engen Bandes kein großes Verlangen mir extra die Mühe zu machen, ihn zu jagen. Mit einem tiefen, wohligen Knurren und der Vibration unter meinen Ballen, streckte ich mich, blinzelte zufrieden in die entsättigte, triste Morgengräue und begann mit der täglichen Selektion meiner Gedanken.

BW: Keiner [ Sasha ;; Akón ]
[ wacht auf ;; hasst den Sommer ]
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 Sasha

Junge Rudellose
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BeitragThema: Re: Das Moor, in dem der Tode lauert {IV}   Do 04 Feb 2016, 21:12

Kap 4.01

Meine schmalen Pfoten trugen mich leicht trabend die letzten Meter zur Waldgrenze hin. Schon seit geraumer Zeit hing der modrig schwere Geruch wie blanker Dunst über mir und drangsalierte meine arme Nase auf eine ziemlich unangenehme, stechende Art und Weise. Zugegeben jetzt im Sommer war die Luft noch mit vielen weiteren Gerüchen gefüllt, nicht zuletzt mit dem Duft der Sommerhitze, die nach viel mehr als nach Feuer und widerwärtigem Moorgestank roch, sondern auch nach den Bäumen und dem trockenen Gras. Auch lag noch etwas ganz anderes in der Luft, etwas, das ich kaum bestimmen konnte. Es glich einem Unbehagen, das sie wie ein eiserner Gürtel um alles und jeden legte und nicht zu weichen versuchte.
Vor knapp zwei Wochen war ich schon einmal hier gewesen, mit dem selbigen Ziel, das ich auch jetzt verfolgte. Der massige, düstere Schatten, dem ich noch einen Spitznamen schuldete- mehr noch, einen Gefallen, bei dem ich noch immer nicht wusste in welche Tiefe dieser Gefalle mich ziehen könnte oder würde. Außerdem mein immer noch brennendes Interesse, dass sich wie die Schwüle Hitze brennend und unangenehm drückend im mir ausbreitete, sobald ich an Skillet dachte.
Der schwarze Rüde hatte es mir ohne Zweifel ziemlich angetan auf eine Weise, die ich noch nicht ganz deuten konnte. Einerseits warnte mich meine innere Vernunft nachdrücklich vor ihm und auch Onkelchen hatte diesem Unmut deutlich Luft gemacht. Jedoch hatte sich letzterer im Vergleich zu Skillet seit unserem letzten Treffen vor Zwei Monden nicht mehr bequemt auch nur ein Wort mit mir zu wechseln. Mehr noch, er hatte mich gnadenlos in Verwirrung dastehen lassen, nachdem er mir seine seltsame Bekanntschaft- die Krähe- vorgestellt hatte. Aber das war an diesem tag nichts Ungewöhnliches mehr für mich gewesen, schließlich war er den ganzen Tag schon ein einziges Rätsel und als nichts anderes hatte er mich an diesem Abend auch wieder ziehe lassen. Wenigstens das- hatte er mich ja eigentlich zu seinem Rudel zerren wollen.
Doch wenigstens in diesem Sinne hatte ich mich trotz Drohungen seinerseits durchgesetzt und war frei und sehnsüchtig davon gezogen.

Genau wie vor den besagten zwei Wochen gingen mir auch diesmal die Gedanken durch den Kopf, die ich gedacht hatte, als ich zum ersten Mal mit Skillet im Moor gewesen war. Wie damals gingen mir auch die warnenden Worte meiner Mutter durch den Kopf.
Wie damals fiel mir zuerst die Dunkelheit auf, die sich hier an diesem Ort ausdehnte, während eine gespenstische Stille dies begleitete. Das Schilf wurde vom Wind hin und her gewogen, rauschend und raschelnd, als würde etwas hindurchstreifen. Ehe es wieder still dastand, wie einzelne Wesen, die nur im Zusammenspiel agierten. Das Schwarzes Moor, gespenstisch und faszinierend zugleich, genau wie damals war es ein Anblick, der mehr als nur die Neugierde in mir weckte. Es war, als würde mich eine dunkle Stimme rufen. Es war ein Ort, der seinen Namen verdiente, wie kaum ein anderer Ort. Ein solcher Fleck auf dieser Erde, es reizte mich noch immer, auch wenn ich seit meiner ersten Begegnung viel besser als früher wusste, wie gefährlich dieser Ort war.

Doch heute war es etwas anders- Die Hitze, die in den letzten Wochen herrschte auch diese Landschaft ausgezehrt und sie wirkte ledrig, trocken und noch verlassener als zuvor. Der Boden wirkte trügerisch sicher und fest, doch ich war mir kaum sicher, ob ich diesmal dieser Tücke vertrauen könnte. Sei nicht so dumm, Sasha. Das ist immer noch das Moor dem du um ein Haar entkommen ist. Es ist die selbe Todesfalle wie damals
Ich schüttelte kurz wiederstrebend den Kopf und blieb am Rande der wie Lehm wirkenden Landschaft stehen, hob die Nase in die Luft und schnüffelte. Tatsache, ich konnte den schwarzen Rüden wittern. Begeistert trabte ich los und konnte mir das Grinsen kaum von den Lefzen wischen, während ich mit möglichst federleichten Schritten über die fest aussehenden Klumpen des Moores sprintete.
Bald tauchte die schwarze Gestalt des riesigen Schattens auf und ich verlangsamte meine Schritte.
Oh Schatten! Trügen mich meine Augen? rief ich ihm entgegen und blieb kurz wenige Meter seitlich von ihm stehen. Er dürfte mich mit Sicherheit schon längst bemerkt haben. Doch die kindliche Freude ließ mich beinahe glauben, dass ich ihn tatsächlich hätte überraschen können. Würde ich mich selbst nicht besser kennen und würde meine Innere Stimme es mir nicht in rauem Ton ausreden würde ich dieses beinahe so dämlich wirkende Verhalten mit einer Schwärmerei für den großen Schatten assoziieren. Doch das war Blödsinn.

BtW Skillet
[kommt am Moor an, betrachtet alles, erinnert sich, läuft los, findet Skillet]
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 Skillet

Einzelgänger
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BeitragThema: Re: Das Moor, in dem der Tode lauert {IV}   Do 04 Feb 2016, 22:31

Chapter 10.1
Das Moor war einer jener Orte, an denen man Präsenzen sehr gut spüren konnte. Anders, als im Wald… oder am See, wo die Natur einen befangen hielt und man sich gänzlich der Trance hingeben konnte. Wo man Tiere beobachtete, oder den Himmel oder dem Gesang der Vögel lauschte – wo man rannte, sich verausgabte, weiches Gras und Laub unter den Pfoten, Wind im Gesicht. Das war hier alles nicht möglich. Dieses Biom war in eine drückende Stille gehüllt, kaum durchbrochen vom Gesang der Zikaden, oder das Rascheln der trockenen Pflanzen. Man beobachtete nicht, man wurde beobachtet. Allgegenwärtig. Es war wie ein Labyrinth, verworren, verzwickt, ineinander verschlungen… und sobald sich eine Lebensform in deiner Nähe befand, spürte man das augenblicklich. Meistens war für Besucher ein beklemmendes Gefühl, zu spüren, aber nicht zu sehen. Für mich war diese Sinneswahrnehmung eine Bereicherung, denn auf die visuellen Eindrücke war nur selten Verlass gewesen. Die Optik war gnadenlos leicht zu täuschen, gerade für einen Jäger war das von Vorteil. Anders dabei die anderen Sinne… am Wenigsten jedoch das Gespür. Der Instinkt. Die meisten Opfer entkamen, weil sie sich ihrer Angst hingaben, weil sie auf ihr Gefühl vertrauten, dass etwas nicht stimmte und sie die Flucht ergreifen mussten. Wenige Naivlinge – die Ausnahmen bestimmten die Regel – waren so dumm, sich der bedrohlichen Präsenz, die sie mit ihren anderen Sinnen nicht wahrnehmen konnten zu nähern, um sich zu vergewissern. Meistens war genau das das Todesurteil. Dehnend spreizte ich meine Pfotenglieder, betrachtete die stumpfen, schwarzen, langen Krallen – schlammverdreckt, wie sie über den Boden schabten. Ich hatte Hunger – der dumpfe Druck meines Magens kündigte das an, leider wie immer mit einem dunklen, jedoch kaum vernehmbaren Brodeln. Ich wäre stolz darauf behaupten zu können, dass ich meinem Körper abtrainiert hätte zu Knurren, aber ich ernährte mich lediglich ziemlich gut. Man sollte meinen, dass es einem Einzelläufer wesentlich schwerer fallen würde, aber das Moor präsentierte mir die meiste Nahrung wie auf dem Silbertablett. Unvorsichtige Tiere versanken fast – ich brach ihr Genick – speiste wie ein König unter den Ratten und Schlangen. Wie gesagt, der unauffällige, blutgierige Zeck, der sich damit bequemte, dass sein Essen zu ihm gelangte. Witterte, spürte und sich dann einfach fallen ließ. Manch einer würde es erbärmlich nennen – aber wieso den schwierigen Weg gehen, wenn es auch einfach ging? Allerdings verzehrte ich mich nicht heute nicht nach kleinem, unwichtigen Fleisch. Ich wollte etwas Saftiges, Frisches… ich wollte etwas reißen. Mein Kiefer spannte alleine bei dem Gedanken und Speichel sammelte sich in meinem Mund. Die letzte Auseinandersetzung… wobei diese nicht einmal körperlich war, war mit diesem Südrudelrüden gewesen, der sich hierhin verirrt hatte. Friedliches Auseinandergehen, er war nicht auf meine kampflüsternen Provokationen eingegangen. Langweilig, fad.

Man hörte das leise Tappen junger Pfoten schon aus einiger Entfernung. Gerade in den Morgenstunden schien es in Numior ruhig zu sein… in den belebteren Gebieten sangen noch Vögel, die man hier jedoch vergeblich suchte. Bis auf ein paar nachtaktive Eulen, manchmal Krähen oder Raben die an den Kadavern rumpickten hörte man nichts von dem süssen Gesang. Ich wusste nicht, wer sich um diese Zeit im Moor herumtreiben sollte, aber mich beschlich eine unterschwellige, angenehme Ahnung. Es war bestimmt kein Nord – die schliefen, beziehungsweise waren in ihrem Lager. Verübeln konnte man es ihnen nicht, sie mussten wahrscheinlich bis in die späte Nacht jagen um alle ihre unnützen Mäuler zu stopfen, zumal sie mit dem Frühling sicherlich wieder einiges an Brut gezeugt hatten. Die Süd genauso… ich verstand es nicht. Ihre Fortpflanzungsbedürfnisse in allen Ehren – auch wenn die Meisten kastriert gehörten – waren sie momentan für die Aufzucht überhaupt gerüstet? Aber letztendlich war ich unwissend. Vielleicht war kein einziges Welpchen in irgendeinem Lager. Das Gefühl der Präsenz wurde stärker, in meiner Ruhe wandte ich jedoch nicht den schweren Schädel sondern stierte einfach teilnahmslos in meinen Gedanken versunken in die Ferne. „Oh Schatten! Trügen mich meine Augen?“ Ein helles, junges Stimmchen – unverwechselbar reingewaschen von jeglicher Erfahrung eines Erwachsenen. Es war unverkennbar Sasha – auch ihr Sprachgebrauch war mal wieder, wie drückte ich das aus – unikat? Sie erinnerte mich an diese Weiße, die ich am Strand getroffen hatte. Auch eine sehr eigene Wortwahl. Ruhig schwank mein schwerer Kopf in ihre Richtung. Die dunklen Augen musterten sie akribisch, abschätzend. Noch während ich mich in Bewegung setzte, zuckten meine Mundwinkel und ein zahnentblößendes Grinsen spannte sich über speichelglänzenden, lackschwarzen Lefzen. „Guten Morgen Bambi.“ In der dunklen, monotonen Stimme schwang noch die kratzende, heisere Müdigkeit, machte ihren sonst herben, angenehmen Klang fast schon etwas metallisch. Ich neigte mich vor, meine Schnauze glitt schnaubend  durch ihr daunenweiches, junges Fell. Es roch unverbraucht, weich wie Federn – ihr Fleisch köstlich zart wie Geflügel. Es würde sicherlich nicht mehr lange dauern bis sie die Schwelle zur körperlich paarungsreifen Fähe überwinden würde – mental schätzte ich sie jedoch noch weitaus jünger.

Sie schien erfreut mich zu sehen – ein wenig mehr Euphorie und ich hätte Schwanzwedeln erwartet, so jedoch ragte ich über ihr auf, belächelte die jugendliche Begeisterung genügsam. In Begleitung des Nordrudelrüden hatte ich sie bei der letzten Begegnung auch nicht mehr gesehen, war sie ihn also vollständig losgeworden? Wer weiß, vielleicht wartete er nur auf ihre Reife… Ich grinste. „Du kommst genau gelegen, ich könnte dich gebrauchen.“ In meinen Augen glitzerte düstere Vorfreude, ich beugte mich vor, platzierte die scharfen Fänge an ihrem weichbefellten Ohr, raunte verführerisch leise. „Hast du Lust etwas Verbotenes zu tun?“ …Was gab es da eigentlich noch zu fragen. Natürlich hatte sie Lust, alle jungen Wölfe liebten es zu rebellieren – Grenzen zu überschreiten, die Moral und Tugend keinesfalls gutheißen würde. Grausamkeit und Perversionen waren die engsten Begleiter der Pubertät, niemand konnte sich dem entziehen, auch wenn die Meisten es in die hintersten Ecken ihres Gedankenreichs bannten. Ohne wirklich auf eine Antwort zu lauschen, trat ich an ihr vorbei, warf nur einen kurz einen Blick zurück, ein säuselndes, melodiöses Locken. „Na los, komm schon...“ Das kleine Bambi..Der Spitzname hatte sich verfestigt, genauso wie mein unschuldig dreckiges Grinsen. Eine Mimik, die sich nur schwer lesen ließ.

BW: Sasha
[ bemerkt Sasha ;; lockt sie ]

---> Der Wald, in dem der Nebel haust
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 Sasha

Junge Rudellose
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BeitragThema: Re: Das Moor, in dem der Tode lauert {IV}   Fr 05 Feb 2016, 14:21

Kap 4.02
Kribbelnd wuchs die Vorfreude in mir heran, piekte in meinen Pfoten und mein Magen zog sich zusammen- nun vielleicht war es auch einfach der Hunger- doch dies kam mir kaum in den Sinn, schließlich musste man Prioritäten setzen und ich war in diesen Sekunden, wenn nicht Minuten, vollkommen auf den schwarzen Riesen fixiert, der wie ein massiger Baum, stark und mächtig, aus seinem eigenen Element hinauf zu steigen schien.
Skillet hier im Moor wieder zu sehen glich einem gewaltigen Naturschauspiel. Nicht nur, dass er sich so unglaublich perfekt in diese Ödnis einfügte, die so voller Gefahr übersprudelte wie er selbst, viel mehr noch war sein bloßes Erscheinen einem Abenteuer gleich. Ich fand den Rüden mehr als beeindruckend, allein seine Größe unterschied ihn von allen Wölfen, die ich bisher in meinem Leben kennen gelernt hatte. Neben ihm wirkte Onkelchen wie ein Kümmerling und ich wie eine Feder. Es war eindoch gleichermaßen ein Paradoxon, dass ich mich ihm so interessiert öffnete, mich gar gerne in seiner gefährlichen Aura befand um den Reiz der Aufregung wie eine Droge inhalieren zu können.
Was ausgerechnet ihn zu meinem Lieblingziel machte, mochte ich selbst nicht einmal zu wissen, doch ertappte ich mich doch des öfteren in Gedanken bei diesem Schauspiel von Naturgewalt, die mich so fesselte und die Neugierde in mir wachsen ließ. Ein gar unbekanntes Verlangen lüstete in mir nach seiner Gegenwart- ob es nun an ihm direkt lag, oder den Situationen, in die er mich brachte, konnte ich nicht bestimmen. Ich wusste nur, dass ich das eben solche Gefühl des leiten-lassens vermisst hatte in der Zeit, die ich verbracht hatte, bis ich vor zwei Wochen nach ihm gesucht hatte.
Damals war ich mir kaum sicher gewesen, ob es wirklich an dem Rüden selbst lag, dass ich mich so anders fühlte, doch das Treffen hatte mir bestätigt wie Biegsam und weich ich doch wurde, wenn mich seine Aura befing. Eher noch war ich das Wachs in seinen kräftigen Pranken.
Ein banales Gefühl, das eigentlich nicht einmal ein Gutes war, mich aber dennoch zwang immer hierher zurück zu kehren.
Eigentlich wollte ich doch ein freier Wolf sein, mich ausbauen und bilden, doch ab und an half es doch seinen Horizont in anderer Weise zu bereichern und zu erweitern. zumindest rechtfertigte ich mich so im Gefecht mit meiner Vernunft, die immerzu schrie, wenn auch nur der kleinste Gedanke am großen Schatten vorbei flog.

Blinzelt lauschte ich seiner Begrüßung, die er in seiner so metallisch rau klingenden Stimme an mich richtete. Bambi. Schatten. Bambi und der große Schatten. Ein Reh wird verschlungen.
Seine roten Augen fixierten mich, ehe er sich zu mir beugte und die Nase in meinem fell vergrub. Stolz stand ich da, ohja ich war gewachsen und ich spürte förmlich, wie erwachsen ich doch war- abgesehen von meinem walpenhaften Verhalten, dass ich bei solchen Unternehmungen an den tag legte. nun man konnte eben nicht perfekt sein und dies bisschen Spaß sollte auch mir gegönnt sein, fand ich.
Mit treuem Blick musterte ich ihn, wie er sich zurück zog und ein grinsen aufsetzte, wodurch seine ganze Erscheinung novh viel unwirklicher zu wirken schien und das Gesamtbild der Naturgewalt nun beinahe sprengte. Er war ein Mysterium. Manches Mal, so wünschte ich, ich könnte seine Gedanken lesen. Es wäre um einiges einfacher.
Mich gebrauchen? wiederholte ich seine Worte, die ich aufgrund meines regen Gedankenganges kaum wahrgenommen hatte. Wozu eine Schatten wie er mich nur gebrauchen könnte? Es kam mir eher wie ein Spott vor, doch den beißenden Gedanken meiner Vernunft ließ ich gar nicht erst zu.
sein nächstes Angebot hingegen glich eher einer Fangfrage, die ich nicht einmal beantworten müsste, da er sofort anzog und mich schickte nicht zu lange zu überlegen. Jedoch fragte ich mich tatsächlich in welcher weise er nun dies Verbotene zu verstehen gab.
ich zögerte jedoch kaum länger als er selbst, ehe ich mit flinkem Fuß zu ihm aufschloss und trabend neben ihm den Weg zum Wald suchte.

BtW Skillet
---> Der Nebelwald
[denkt nach und freut sich, antwortet, folgt ihm]
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 Zungar

Normalrangig | Wölfin
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BeitragThema: Re: Das Moor, in dem der Tode lauert {IV}   Do 11 Feb 2016, 15:20

->Nebelwald

Ich kam in den Moor. Kurz blieb ich stehen um inne zu bewahren. Dann ging ich aber sofort weiter. Ich wollte zu den Bergen gelangen. Bevor, mir jemand nach gegangen wäre. Ich war nun alleine und entschlossen die Rudel beide zu Vertreiben. Ich wollte mit ihnen nichts mehr zu tun haben. Was Scáth da gesagt hatte. War für mich nun ein Gefundenes Fressen gewesen. Niemals, Würde ich das Rudel helfen. Niemals würde ich schwach helfen oder Beschützen. Das war für mich nicht möglich. Ich bin so alt geworden da ich niemals jemand Vertrauen wollte. Ich ging durch den Moor, und wusste, was er für gefahren beinhaltet hatte. Ich wusste das hier nur der Tot versteckt war. Ich ging langsam durch den Moor. Als ich dann zu dem Wald Rand kam war ich erleichtert. Ich hatte es Geschafft nun stand nicht viel mehr vor mich. Ich ging zum Rande. Schaute kurz zurück und ging dann weiter. Frei endlich frei sein, das ist es was ich wollte. Ich ging weiter....

BtW Niemand
--->Grasklippe

Kam zu Moor, Ging durch, Dachte, kam zum Rande
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 Knickohr

Junger Rudelloser
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BeitragThema: Re: Das Moor, in dem der Tode lauert {IV}   So 21 Aug 2016, 14:47

der Wald, dessen Kronen Schutz spenden <---

Meine Schritte waren nicht mehr ganz so federnd, als ich das Moor erreichte. Mir war warm und ich hatte Durst. Doch ich hatte keine Idee, wo sich eine Wasserquelle befand. Mein Orientierungssinn war noch nie sehr verlässlich gewesen und in silch einer Situation war das mehr als ungünstig. Erschöpft setzte ich mich und sortierte meine Gedanken. Wann hatte ich zuletzt Wasser gesehen? Beschämt musste ich zugeben, dass ich nicht wusste, wo ich Wasser gesehen hatte. Das kam davon, wenn man alles zu leicht nahm. Doch ich war nicht der Wolf dafür, der sich ständig Sorgen machte. Das brachte mich aber jetzt nicht weiter, denn ich roch eindeutig andere Wölfe und ich hatte keine Lust, anderezu begegnen. Deshalb erhob ich mich wieder auf meine Pfoten und lief langsam weiter.

Das Moor, das eigentlich feucht und matschig sein sollte, war schon fast trocken und fest. Ein wenig Feuchtigkeit war noch vorhanden, doch nicht so viel, wie es sein müsste. Langsam wurde ich doch besorgt, denn wenn selbst ein Moor anfing, auszutrocknen, dann fand man nicht viel Wasser in der Nähe. Es war zwar ziemlich warm gewesen in letzter Zeit, dennoch konnte ich mir nicht vorstellen, dass dadurch das Wasser versiegte. Irgendetwas stimmte nicht mit dem Wasser. Glücklicherweise musste ich nur mich selbst versorgen und nicht noch andere Wölfe. Die Rudel taten mir leid, doch hatten sie ihr Leben selbst gewählt. Ich konnte mir nichts schlimmeres vorstellen, als mit anderen zusammen leben zu müssen. Schon allein die Vorstellung daran, ließ mein Pelt sträuben.

Um die Dürre in meiner Kehle zu besänftigen, nahm ich ein Maul voll des Schlamms, der hier lag. Es schmeckte zwar nicht besonders lecker, trotzdem hoffte ich, dass genug Feuchtigkeit vorhanden war, um den schlimmsten Durst zu löschen. Angewiedert spruckte ich den Schlamm wieder aus, denn es war trocken und half mir nicht weiter. Normalerweise hätte es geholfen, doch das Moor war kein richtiges Moor mehr. Mit hängender Rute und gesenkten Kopf trottete ich weiter und hoffte, irgendwann auf Wasser zu stoßen.

die Wüste,die aus Stein besteht --->
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