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 Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}

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 Shenali

BETA-Wölfin
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BeitragThema: Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}   Mo 01 Feb 2016, 19:09

Spärliches Gras zwischen den Pfoten. Eine Hügellandschaft, die sich vor den Augen weit erstreckt. Mächtige Wolken, die am Himmel dahinfegen.
Willkommen auf dem Boden des Windplateaus, in dessen Horizont sich das Glitzern des Sees spiegelt. Eine karge Landschaft offenbart sich Eurem Auge und in der Ferne seht Ihr Kaninchen in ihren dunklen Bauten verschwinden. Dieses raue Gebiet bietet keinerlei Schutz vor dem eisigen Wind, der Euer Fell zerzaust und trotzdem lässt es sich mehr eine Heimat nennen als jeder der anderen Orte, die Ihr besucht habt, auf eurer großen, langen Reise.

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http://seelen-des-nordens.forumieren.com


 Sköll

Normalrangig | Wolf
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BeitragThema: Re: Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}   Mo 15 Feb 2016, 18:19

All alone he turns to stone
while holding his breath half to death
Terrified of whats inside
to save his life he
crawls like a worm from a bird

The bird and the worm - The Used

Dreh dich links und dreh dich rechts, such den Weg... lauf... lauf und komm nicht zurück. Leise Worten flirrten durch die Luft. Oder war es der Wind der zu mir flüsterte? Stell dir den Mond vor und nun sieh zur Sonne. Siehst du es nicht, Sköll? Sie sind gleich. Nur strahlt die eine voller Licht und der andere voll von Finsternis. Du wirst doch immer das Licht jagen nicht wahr? So wie jener Wolf, dessen Namen du trägst. Jage die Sonne, mein Lieber. Nur das Licht. Die Erinnerung flackerte vor meinem inneren Auge. Sie war verschwommen. Ein Fragment. Ein weggeworfenes Stück Aas.  Sie war Vergangenheit. Und sie bedeutete Schmerz. Hatte ich nicht immer versucht das Licht zu jagen? Wollte ich diesen Worten nicht immer treu bleiben? Nein... du hast es irgendwann verloren, Sköll. Du bist jetzt der Händler. Jener, der die Schatten jagt und mit ihnen am Morgen aufwacht. Mit einem Mal schien sich aber die Szene zu verändern. Gelächter drang in meine Ohren. Gelächter von jungen und alten Wölfen. Ich kannte sie. Hatte es schon einmal gehört. Irgendwo... nur wo? Haha, du hast es nicht verdient hier zu sein! Wie kannst du es wagen hier her zurück zu kommen? Sieh dich an... du bist eine Schande. Hast deine eigene Familie getötet. Kaltblütig. Grausam. Du bist ein Feigling. Feigling. Feigling. FEIGLING. FEIG.... Das Wort dröhnte durch meinen Kopf, als würde es mir jemand mit der Pfote dagegen Schlagen.  Lauter und lauter, als wollte es mich um den Verstand bringen. Und immer mehr, kannte ich die Stimmen. Sah die Gesichter vor mir. Diese höhnischen Augen und verzogenen Mäuler. Ich hasste sie. Sie alle. Sie hatten mich zerstört. Mich.. jenen Wolf der die Sonne gejagt hatte und sie hatten aus mir den Händler gemacht. Eigentlich konnte ich ihnen dankbar sein. Irgendwie. Nur durch sie war ich zu Khaz gekommen. Hatte seinen Hass kennengelernt und sah die Welt nun in seinen Augen. Hier gab es so viel zu spielen. So viel Macht. Man musste nur wissen wie man damit umging. Wie man sie an sich heran zog und sie nicht mehr aus dem Netz der Intrigen ausließ. Erneut hämmerte der Schmerz gegen meinen Kopf und die Gedanken und Erinnerungen lösten sich auf. Schwarze und weiße Punkte tanzten vor meinen Augen und alles schien sich zu drehen.

Langsam blinzelte ich und sah mich um. Wo war ich? Es dauerte einen Moment bis ich begriff. Und danach stürzte alles erneut auf mich ein. Wie ein Regen aus Steinen. Die Erinnerung....sie war nur zu deutlich und meine Brust hob und senkte sich ein wenig schneller. Ich war fort gegangen. Für eine Weile. Der Frühling war dem Sommer gewichen und wir hatten gefunden was wir gesucht hatten. Wir waren so nah. Natürlich hatte es mich tief im inneren gefreut, dass ich ihn wieder getroffen hatte. Aber ich war eben jemand anderes geworden. Reifer. Kälter. Wir hatten einander gemustert, einander erkannt und einander misstraut. Ein jeder wusste, wie der andere handelte. Ein niemand wusste was in der Zeit geschehen war, die wir getrennt gewesen waren. Ich hatte zwar mit ihm gesprochen, aber der alte Freund war nicht mehr wirklich hier. Die Zeit hatte ihre Krallen in dieses Band geschlagen. Ich wusste nicht wie lange wir geblieben waren, oder was Feryu und Khaz besprochen hatten.  Denn ich hatte mich zurückgezogen. Den einen mit dem anderen gemieden. Irgendwann hatten wir beschlossen zurück zu kehren. Denn der Weg war weit. Mühsam hin und wieder, denn meine Hüfte spielte nicht immer so mit, wie ich es gerne hatte. Ich hatte versucht es zu verbergen. Wollte diese Schwäche nicht erneut eingestehen. Aber den Blicken des Anderen waren selten etwas entgangen. Das hatte ich schnell kapiert. Dennoch war ich weiter gelaufen, auch wenn er eine Pause wollte. Meinetwegen. Hatte mich bis zum Rest verausgabt und erst am Abend stehen geblieben. Aber ich hatte die Gesellschafft von Feryu irgendwie genossen. Ich hatte begonnen ihn zu mögen. Auf meine Art.  Vielleicht würde ich irgendwann einen wirklichen Kameraden in ihm sehen. Aber das Schicksal hatte uns keine heile Rückkehr geschenkt. Wie es sein musste, hatten wir dieses Spiel verloren. Ich hatte verloren. Es war die Vergangenheit... am Ende holt sie einen immer ein. So sehr man sie auch verdrängt. Aussperrt. Zerstört. Sie kommt immer zurück. Immerzu... immerzu.  Er war vor uns erschienen und hatte sich aufgebäumt. Sein Maul aufgerissen und das Brüllen hatte meine Ohren erfüllt. So laut und so nah. Ich hatte geschworen ich würde nie wieder weglaufen. Ich hatte es mir wirklich geschworen. Aber ich hatte es nicht geschafft. War einfach erstarrt und hatte der Gefahr ins Auge geblickt. Diese Angst. Sie war noch immer nicht verschwunden. Es war, als wäre es genau gleich wie vor vier Jahren. Ich war unfähig mich dagegen zu stellen. Ein Zittern war durch meinen Körper gefahren und ich war immer weiter zurück. Und dann war ich gelaufen. So schnell es meine kaputten Beine erlaubten. Ich sah nicht einmal zurück. Überließ erneut Wölfe, an meiner Seite ihrem eigenen Schicksal. Ich wusste nicht, was mit Feryu geschehen war. Hatte er überlebt? War er gestorben? Die Ungewissheit nagte einen Moment lang an mir, aber erneut kehrte ich in die Kälte meines Herzens zurück. Mir war niemand wichtig. Mir durfte niemand wichtig sein. Nicht, mit den Dingen die ich machte. Den Verrat, den ich auf andere Wölfe ausübte. Ich war der Händler. Ich handelte, wie es mir passt. Tue nur dann etwas, wenn etwas für mich übrig bleibt. Dennoch konnte ich das Ereignis nicht vergessen. Das war nur ein Verrat von vielen. Warum schere ich mich darum? Du hast was du wolltest. Du hast Khaz getroffen und weißt das er lebt.

Langsam kehrte ich wieder zurück in das Hier und Jetzt. Spürte die Hitze auf meinem Fell und fühlte den Durst in meiner Kehle. Mein Körper sehnte sich nach einer Flüssigkeit. Wie lange hatte ich nichts mehr getrunken? Tage... oder nur die Nacht? Ich stemmte mich auf die Pfoten und sah mich um. Für einen Moment blieb der Blick ganz trüb und ich brauchte bis ich wirklich realisierte wo ich mich befand. Ich war dorthin zurückgekehrt, wo ich losgegangen war. Das Windplateau. Nur wirkte es noch vertrockneter als sonst. Kaum ein Büschel Gras war zu sehen und an Wasser war doch gar nicht zu denken. Leicht fuhr ich mir mit der Zunge über die Nase und befeuchtete diese. Dabei knurrte dann auch ein wenig mein Magen. Das Fressen hatte ich wohl auch warten lassen. Liegt vielleicht, dass du Tagelang nur gerannt bist. Wie ein elender Feigling!, zischte ich mich selbst an und knurrte. Wut durchzuckte meinen Körper. Die Wut auf mich selbst. Wie hatte ich nur so dumm sein können? Wie hatte ich mich auch so bloßstellen können? Sollte Feryu noch leben... wird er Fragen stellen.  Aber vielleicht wird er nicht mehr mit mir reden. Ich habe ihn immerhin zurück gelassen. Aber ich darf ich nicht die Chance lassen, dass er es den anderen Wölfen erzählt! Falls... die Frage lautet immer noch falls... er überhaupt noch lebt. Langsam wurde mein Kopf immer klarer und die Kälte in meinen Herzen war immer weiter zurück. Ich durfte die Maske nicht fallen lassen. Zu sehr hatte ich sie mir angepasst und zurecht geschliffen. Sie war ein Teil von mir. Und ich ein Teil von ihr. Wir logen uns gegenseitig an und nahmen nur die Vorteile aus dem Anderen. Langsam stieß ich dann die Luft aus und sah mich wieder um. War ich alleine hier? Bis jetzt hatte ich niemanden entdeckt und auch die Luft roch nicht nach Wolf. Ob sie sich wohl noch an mich erinnern können? Dieser Gedanke ließ ein Wolfsgrinsen auf meinen Lefzen erscheinen. Ich hatte mich mit einen Handel ins Rudel geschlichen und ich war mir sicher, sie würden sich noch daran erinnern. So etwas vergaß man nicht einfach. Und auch der Gestank der SüdRudel-Wölfe hing noch viel zu deutlich in meinem Fell. Ich mochte im Hintergrund geblieben sein, aber nicht unentdeckt. Man kannte mein Gesicht... meine Augen. Denn wer kannte schon Wölfe mit grünen Augen? Eine Krankheit hatte sie zu dem gemacht, was sie waren. Aber sie hatten mir schon so viel Glück gebracht. Ich würde sie nicht missen wollen. Wenn hier niemand ist, sollte ich mich wohl auf den Weg machen um etwas zu Trinken und zu Fressen zu finden.   Ein letztes Mal drehte ich mich in die Richtung, aus der ich gekommen war, als hoffte ich, dass mein Reisebegleiter dort auftauchen würde. Aber nichts rührte sich nicht und so sah ich nach vorne und begab mich tiefer auf das Plateau hinaus. Irgendwann würde ich schon einem Wolf begegnen.

BTW: Niemand
(hängt in einer Erinnerung fest, wacht darauf aus, erinnert sich dann an das was geschehen ist, verfängt sich in einer Rückblende, merkt dann erst wo er ist)


Zuletzt von Sköll am Di 16 Feb 2016, 14:41 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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 Leithra

Elite | Wölfin
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BeitragThema: Re: Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}   Mo 15 Feb 2016, 18:56

Kap. 7.02

Schnelle trabende Schritte trugen mich weiter durch den Wald. Es war kaum ratsam den eigenen Puls durch zu starke Aktivität in die Höhe zu treiben, doch ich verspürte kaum den Drang den Durstes noch die Erschöpfung durch Bewegung. Viel mehr verspürte ich einen drang zu laufen, als könnte ich so die vergangenen Minuten, die Gespräche und Blicke vergessen, ihnen entkommen. Fliehen. Das Ehrgefühl nagte an mir, das sich nicht hätte davonlaufen dürfen, dass das Rudel noch immer meinen Schutz brauchte, auch wenn sie es nicht zu würdigen wussten, dass mein Ganzes Leben ohne Sinn war, dass ich nur IHNEN verschrieben war. Alpha. Beta. Familie - die nicht meine war.
Genau genommen hatte mein Leben nur den einen Zweck, deine Entschuldigung, warum ich dennoch hier war, warum ich überhaupt hier leben durfte. Warum ich SEIN durfte. bloß eine Rechtfertigung. Ich war zu nichts anderem erzogen, war in Bahnen gelenkt worden, die weder Ruhm, noch Ehre für mich übrig hatten. Es war ein Weg, den nur solche gehen könnten, die dazu erzogen wurden. Ein Weg für eben solche wie mich, deren Lebensinhalt darin bestand, andere zu beschützen. Dieser Weg duldete kaum eigene Gedankengänge, er duldete kaum ein Individuum und war deshalb ein so schmaler Grat zwischen Zwang und Loyalität. Sobald man zu denken anfinge, so würde man bald auf Lücken in diesem System stoßen, Denkfehler, die an der Wahrheit des Ganzen rüttelten.
Ich hatte begonnen zu denken. Wie hätte ich mir sonst Zweifel am Rudel, am Alpha erlauben können, oder gar rechtfertigen. Wie könnte ich sonst das verspüren, dass ich nun verspürte. Es war blanker Schmerz der mich durchzog, indem ich bemerkte, wie falsch dies alles doch war. Feinde wurden wie Freunde aufgenommen. Hilfe wurde wie Schaden abgewehrt. Aufrichtigkeit wurde wie Lüge bestraft. Ich konnte doch kaum solch ein schlimmes Wesen sein? Es war doch nur meine Pflicht jene zu schützen, die nicht im Stande waren dies zu tun. Ich hatte doch nur eine Aufgabe im Leben. Und diese schien ich nicht einmal erfüllen zu können. Es war verworren und die Gedanken straften. Wäre ich in meiner von Geburt an vorbestimmten Bahn geblieben, würde ich dies alles einfach hinnehmen, so würde ich einfach beiseitetreten und den Alpha gewähren lassen. Doch nun fühlte es sich an wie spitze Reißzähne, die mir in den Leib geschlagen wurden nur beim Gedanken an den Blick Madràns. Es war, als könne ich nicht vertragen Fehler gemacht zu haben, doch empfand ich dies Handeln nicht als solchen.
Es war noch immer meine verdammte Pflicht gegenüber Fremden abgeneigt zu sein und mein Rudel zu schützen und zu verteidigen , und sollte ich dadurch sterben- So sei es! Hatte meine Mutter mich nicht alles gelehrt, alles was ich hätte sein müssen, nun aber doch nicht war. Ich war nicht zum eigenständigen Denken erzogen worden. Sondern zum Handeln und zum Folgen. Ich hatte das zu tun, was der Alpha und die Betas für richtig hielten, doch versank ich daran. Was wenn es nicht meine Meinung war, so wie jetzt? Ich durfte keine Meinung haben. Ich sollte nicht denken. Handeln. Gehorchen. In dieser mir vorgelebten Welt war kein Platz für eigenes Empfinden. Gefühle wurden überbewertet, wozu hatte ich denn sonst gelernt sie so gut zu verstecken, wie kaum ein anderer Wolf es verstand? Ich war doch nur die handelnde Hülle, die rein gar nicht mit dem Innenleben zutun hatte. Ich wollte doch das sein, was meine Mutter in mir gesehen hatte. Wäre sie hier würde sie mich wieder in die Spur bringen, mich schälten und bestrafen.
Dies Leben war mir zu banal. Es war viel zu einfach nur das zu tun, was man gesagt bekäme. So allein könnte ich niemals der Schutz sein, den ich darstellen sollte. War mein Leib doch nur das Schild, so könnte mein Hirn die Lanze sein. Nicht immer ist die Verteidigung alleine alles. Ich musste angreifen um frühzeitig Schaden abzuwenden. Ich hatte so viel gelernt und doch schien in diesem Moment alles unverstanden. Ich schien unverstanden. Allein.
Wen hatte ich seit meine Mutter auf der Reise ihr Leben gelassen hatte? Ein Nichts. Verloren hatte ich doch mit ihrem Leben alles was einmal voll liebe und Wärme war. Wen würde es stören, wenn auch ich den eisernen Pfad ginge? Ich glaubte nicht, dass dort Freunde wären, oder gar nur solche, die mich wirklich schätzten. Es war die bloße Illusion, dass es tatsächlich etwas gäbe, das voll Wärme wäre. Etwas für das es sich TATSÄCHLICH lohnte zu sterben. Was hatte ich denn noch? Niemanden, Nichts. Ich war alleine und das wusste ich besser, als ich mir es eingestehen könnte. In meinem Leben voll Pflichten und Aufgaben war nie Platz für eben solches gewesen. Mein Leben hatte doch so viel anderes für mich bereit gehalten- zumindest waren es die Worte meine Mutter. All Liebe war vergänglich. So lauteten sie, die Worte meiner Mutter. Hatte sie vergessen, dass auch sie einst geliebt war. Zu was war ich erzogen? Kälte?
Oder sollte ich lieben, was meine Liebe nicht erwiderte. Das Rudel. Brauchte es mich tatsächlich, oder klammerte ich mich an eine Illusion, die der bloßen Lüge eine Schwester war? Sollte ich glauben, dass dies Rudel mich brauchte? Nun vielleicht brauchte es mich tatsächlich. Kanonenfutter konnte man schließlich immer gebrauchen. Ich wäre die, die in einem Krieg noch vor den Herren in die Schlacht stürmen würde. Die die die Aufmerksamkeit fangen würde, und auf die die meisten Zähne und Krallen einschlagen würden. Das alles auf Gutglauben. Treue so wie man es nannte. War ich vielleicht jene, die zu gutgläubig war? Hatte ich alles so falsch verstanden, oder gar meine Mutter? Oder lag es doch einfach daran, das sich tatsächlich etwas getan hatte, das in meinem Weg des Lebens nicht vorgesehen war. Denken.

Wie ein nasser Sack schlug ich auf die Erde. Ich hatte kaum geachtet, wohin ich schlussendlich gelaufen war und nun riss mich der Aufprall härter zurück in dies trostlose Dasein, als mir lieb gewesen wäre. Nun vielleicht war es aber gut. Das Denken lag mir nicht. Es förderte zu viel Fäulnis.
Schnaubend drückte ich die Vorderpfoten wieder in die Erde, schien aber nicht im stande mich tatsächlich aufzurichten. Ich hatte das Windplateau erreicht und das Gras stand hoch und vertrocknet zu meinen Seiten. Mein Herz schlug wild gegen meine Rippen, als brauche es mehr Platz und meine Glieder zuckten leicht von der abrupten Unterbrechung ihrer Tätigkeit. Mir war vollkommen entgangen, welcher Sinn mich noch gleich hierher geführt hatte, nun rückte langsam aber stetig etwas andere sin meine Fokus. Ein Duft. Mein Rudel
gleichsam stieg Überraschung in mir auf- war mir tatsächlich jemand gefolgt. Doch gleichsam brach Enttäuschung in mir auf, als ich die hohle Gestalt nicht weit von mir erblickte. Sköll, der schon seit geraumer Zeit als verschwunden galt. Wie hatte ich auch denken können, dass ich es jemandem wert wäre..
Mit zur Abwechslung emotionsgeladenem Blick erkannte ich sein Gesicht und fragte mich beinahe automatisch, wo er gewesen war und war vorgefallen war..

BtW Sköll
[läuft zum Plateau, denkt viel zu viel nach, stolpert und fällt, bemerkt sköll]

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 Sköll

Normalrangig | Wolf
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BeitragThema: Re: Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}   Mo 15 Feb 2016, 20:29

Cat and mouse,
A lovely circle.
Watch your tongue,
Those words are hurtful.
Hush now, won’t you stay a while?
Join me with a painted smile.
Painted Smile- Madame Macabre

Ein Knirschen ließ mich stehen bleiben und ich hob langsam den Kopf. War das vielleicht eine Schlange? Eine Maus? Aber als ich mich am Boden umsah, war dort nichts zu sehen, als harter Stein und manchmal sogar grober Sand. Das Plateau breitete sich noch weiter vor mir aus. Zu weit. Der Weg kam mir mühsamer vor, als das letzte Mal. Es war als würde sich nur eine endlose Ebene vor mir erstrecken. Meine Augen konnten sogar ein leichtes Flimmern wahrnehmen. So erhitzt schien die Erde um mich herum. Die Hitze der Sonne, die selbst in diesen frühen Morgenstunden teilweise unerträglich war, brannte auf mein Fell. Der Durst wurde stärker und auch der Hunger zerrte an mir. Ob es im Lager wohl etwas gab? Hoffe für dich, dass du schon früher einen Wolf findest. Sonst wirst du es nicht bis zum Lager schaffen... Ich könnte zum See. Warum war mir das nicht früher eingefallen? Hatte der lange Lauf auch mein Gehirn benebelt? Die Lösung lag doch so nah vor mir. Ich hob die Schnauze und sog die trockene Luft ein. Der See war ein Stück weg, aber näher als das Lager. Ich würde es schaffen, nur nicht ganz so schnell wie sonst.

Meine stille Bitte um eine Begegnung mit einem anderen Wolf, wurde überraschend schnell erfüllt. Es amüsierte mich fast schon, dass es so schnell gegangen war. Als ich dann auch noch die Wölfin vor mir erkannte, konnte ich meine Belustigung nicht mehr unterdrücken. Zum Glück schien sie noch weit genug entfernt, als dass sie meine komplette Geste erkennen würde.  Dieses grimmige Lächeln, das sich auf meinen Lefzen ausgebreitet hatte. Und da kommt die Maus und verfängt sich im Maul des Wolfes. Da steht sie nun vor mir. Die treueste Wölfin des Rudels. Wo ist der Rest? Hat man sie allein gelassen? Oh weh, oh weh. Selbst in meinen Gedanken konnte ich den leisen Spott daraus hören. Wie immer versuchte ich das Geschehene durch eine andere Tat zu verdrängen. So war es doch schon immer. Etwas geschah, was ich nicht wollte, so suchte ich nach etwas, dass ich kontrollieren konnte. Wo es nichts gab, was falsch sein konnte. Ich entschied. Ich alleine. Langsam kam ich dann immer näher und wurde mir meiner abgemagerten Gestalt immer mehr bewusst. Seltsamerweise war es mir einen Moment lang wichtig, wie ich auf andere Wölfe wirkte. Vielleicht, weil ich seit so vielen Nächten wieder hier her zurückgekehrt war. Vielleicht wollte ich auch einfach nur meine Stärke beweisen. Meine Pfoten stoppten erst, als ich ganz nah bei der schwarzen Wölfin stand. Meine grünen Augen musterten sie mit einem wachsamen Blick. Versuchte zu erkennen in welcher Verfassung sie war. Ihre Brust hob und senkte sich in schnellen Zügen und ich bemerkte das leichte Zucken ihrer Pfoten. Sie war gerannt. Weit gerannt.  Doch warum? Automatisch hob ich meinen Kopf und sah in die Richtung aus der die gekommen war. Dort war niemand anderes. Sie war alleine. Seltsamerweise. In den Zeiten in der ich im Rudel gewesen war, hatte ich sie selten alleine erlebt. Vielleicht auch ein Grund, warum wir noch nie gesprochen hatten. Aber Zeiten ändern sich. Und jetzt war sie alleine. Die Frage ist zwar wie lange, aber nun gut. Bis dahin, könnte ich diese Zeit ja nutzen. Ich muss nur rausfinden, warum sie so weit gelaufen ist. Etwas beschäftigt sie. Dieser Blick... sie ist enttäuscht mich zu sehen. Interessant. Mein Gesicht wurde nun wieder von der kühlen Maske beschattet. „Enttäuscht mich zu sehen? Es wirkt... als hättest du jemand anderes erwartet. Laithra, die Treue. Warum bist du hier draußen so alleine?“ Meine Worte waren wohl gewählt und vielleicht konnte ich sie ja so zum Reden bringen. Entweder machte es das Ganze schlimmer oder es wand sich zu meinem Gunsten. Ich wägte beide Seiten ab und suchte mir für beide Seiten eine weitere Antwort. Es würde mich nichts überraschen, dafür hatte ich gesorgt.  Denn ich wollte nicht erneut aus meinem Konzept gebracht werden. Eine Weile war mein Blick dann wieder auf sie gerichtet und ich achtete auf jeden ihrer Atemzüge und jedem Zucken eines Muskels. Ich kannte sie nicht. Nicht wirklich. Aber vielleicht würde ich das noch. Sie ist dem Rudel so nah... das könne mir sehr hilfreich sein. Auch damit ich wieder zurückkomme. Man wird nicht begeistert sein. Dieser Gedanke amüsierte mich wieder für einen Augenblick. Oh nein, manche waren bestimmt froh, dass ich verschwunden war. Glaubt nicht, dass ich eure Geheimnisse vergessen habe. Dafür, habt ich einen Preis bezahlt und ihr den Euren. Ein plötzlicher Schmerz ließ mich zurück zu Leithra kommen und ich setzte mich hin. Meine verletzte Hüfte war nicht gerade dankbar, dass ich so weit geflüchtet war. Ganz im Gegenteil, sie zahlte es mir mit vollem Preis heim. So war es doch immer oder nicht? Man lief davon und spürte für einen Moment keine Verletzung mehr. Man war frei und dann im nächsten Moment, fühlte man sich noch mehr gefangen als zuvor.  War eingeschränkter und verloren. Nachdem ich mich gesetzt hatte, ließ der Schmerz ein wenig nach, aber er war noch immer da wie ein stetiger Begleiter. Er würde nie verschwinden, so sehr ich es auch wollte. Es gab Zeiten, da hasste ich es wirklich. Aber ändern konnte ich es nun nicht mehr. Da war es wieder. Es war Vergangenheit. Wie ich diesen Gedanken doch nicht mehr mochte. Ich presste meine Kiefer zusammen und achtete einfach auf die Fähe vor mir. Das hier war die Realität. Die Gegenwart und der Weg in die Zukunft.

BtW: Leithra
(geht über das Plateau, denkt nach - will nach Wasser und Fressen suchen, entdeckt dann Leihtra, geht auf sie zu und spricht sie an, denkt nach)
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 Leithra

Elite | Wölfin
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BeitragThema: Re: Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}   Di 16 Feb 2016, 16:10

Kap. 7.03
Prüfend hob ich die Nase ein wenig mehr in den Wind, shclug mir tatsächlich sein Geruch in die Nase. Unverkennbar war er einer von uns – noch immer. Zu klar lag die Note des Rudels in seinem eigenen Geruch, obgleich sich doch ebenso der von Fluch, Fremde und Unbekanntem darin mischte. Vielleicht auch der von anderen, doch das könnte durchaus eine Täuschung sein. Ich glaubte meiner Nase heute besser nicht gänzlich, sonst würde mir wohl noch ein weiterer Verruf angedichtet werden. Ich hatte ja scheinbar nicht nur heute falsch gehandelt. Vielleicht war es auch etwas ganz anderes, was dort diese Versuchung im Duft Skölls in mir löste, den Hass, die Verachtung und gleichsam so schwer auch die Angst. Wieso nun fiel es mir so schwer offen auf das Fremde zuzugehen. War ich zu sehr geprägt auf das was mir geblieben war? Auf die Familie, die nicht einmal meine war? Die Wölfe die im Blute nichts mit mir teilten- nicht mehr? Jene, die ich all die Jahre versucht hatte zu beschützen. Wohl genau auf diese lief meine Prägung auch wenn ich mir dies so ungerne eingestehen wollte.
Doch war es wirklich eine Schwäche zuzugeben, dass man an dem hing, was man noch hatte, auch wenn diese Liebe doch so offensichtlich nur von einer Seite aus ging. Meiner Seite. Ich konnte es schlecht erzwingen, dass sie mich beachteten, oder mit Stolz von mir und meinen Taten sprachen, dass sie sich meiner annähmen, - mehr, als nur ein Werkzeug.
Natürlich wollte ich mehr sein, als das was ich war. Wer wollte das nicht? Einjeder strebte nach Höherem und wer behauptete es nicht zu wollen, war ein Thor oder ein Lügner. Kaum jemand wollte sich wirklich zufrieden geben mit dem was er hatte. Strebte ein Welpe doch nach Größe und Stärke- hatte er dies erreicht, strebte er nach Ansehen,- hatte er dies erreicht, so strebte er nach Macht. Und der Kreis könnte sich weiter drehen- macht über viele, macht über die Mehrheit, Macht über alle und zum Schluss sich selbst. Vielleicht strebte der Welpe auch nach anderen Qualitäten- nach Freunden, nach Liebe und schließlich nach Familie?

Doch ob man tatsächlich das erreichen könnte, alles, wonach man strebte hing nun nicht alleine am Eigenen Leben- wohl an den Entscheidungen , die man traf, an den Worten, die man wählte, an den Gefühlen, die man hegte. Doch gleichsam würde man feststellen, dass man nicht ohne die anderen erreichen könnte. Denn auch jede tat, jedes Wort, jedes Gefühl, dass aus den Mitwölfen heraus trat würde den eigenen Weg beeinflussen- wer könnte stark werden ohne die anderen Stärken zu kennen, wer könnte lieben, ohne geliebt zu werden, wer könnte Macht inne haben, ohne solche, die sich beherrschen ließen?
Und an diesem Punkt stand ich. Ich hatte bisher viel zu sehr auf mich geachtet, es war verflogen, an mir vorbei gezogen, was andere sagten, taten, fühlten. Weshalb sonst, könnte es jedem anderen egal sein, dass ich lebte, oder eben starb? Dass ich gegangen war, hatte schließlich ebenso niemanden interessiert. Wie sagte man so schön: jedes Teil füllt das Puzzel. Nun was war aber wenn mein teil nicht gebraucht würde- ein Randstück. Es würde doch kaum auffallen, wenn es fehlte.
Anders wäre es, wenn nun wenn das Herzstück fehlte. Ohne Madràn wäre ein riesiges Loch inmitten des Gebildes, kaum jemand hätte ihn ziehen lassen- Balder vielleicht, damals noch Kalashnikov.. Oder Croí- wie sagte sie immer so schön: es würde zurück kommen. Ihre guten Taten würden zurück auf die fallen, man würde sie vermissen, niemand würde sie gehen lassen.
Plötzlich befing mich  Leid. Ich hätte noch mit ihr reden sollen, vielleicht wäre es anders gelaufen, wenn ich noch einmal mit ihr über unseren Streit geredet hätte. Sie war sicher noch sauer auf mich, oder ich hatte mich tatsächlich in ihr geirrt- sie ließ doch sonst nie einen Wolf ziehen. Nicht einmal loke, nicht einmal gerne Kalashnikov- nicht einmal mich?!
Oder doch?

Sköll vor mir bewegte sich auf mich zu. Ich hatte selten ein Wort mit ihm gewechselt, um nicht zu sagen nie, dennoch wuchs das Bedürfnis in mir rasch ihn fragen zu wollen, ob er mich hätte gehen lassen. Welch naives Denken, zu glauben, dass ein mir vollkommen Fremder wahrlich Partei ergriffen hätte. Ich habe es doch auch nie für ihn getan. Schlichtweg hätte er doch nichts davon, bewegte er sich doch auch sonst eher am Rande unseres Lebens. War er auch ein unauffälliges Randstück? War es deshalb kaum aufgefallen das er weg war? Grausam zu denken, dass ich etwas anderes war als er. Das Herz bildeten doch nur unsere Führer- würde es bei uns denn auffallen, wenn jemand ginge? Schlicht gesagt, es würde wohl erst auffallen, wenn alle weg wären. Niemand hatte nach Sköll gesucht!
Ich dachte an solches, doch war ich niemals besser- erwartete gefunden zu werden, ohne das ich je gesucht hatte. Lag mein Fokus stets auf den falschen Wölfen?
Seine Worte schnitten schwer, bohrten sich rädernd in das Loch, das ich mir selbst ins Leib gebissen hatte. Gedanken tun weh- deshalb hatte ich nie denken dürfen. Schwer wog mein müder Blick, gefangen in dem der grünen Sphären. Oh, verzeih mir. Es ist nicht so, dass ich enttäuscht wäre dich zu sehen, es ist bloß, das sich enttäuscht bin sonst niemanden zu sehen. Ich habe auf die falschen Seelen gesetzt. sagte ich schlicht und wich kurz seinem Blick aus. Sonderbar war es dies zu sagen, die eigenen Fehler zu gestehen. Mache ich Fehler? Kann ich es zulassen welche zu machen?
ich würde dich viel lieber begrüßen- oder eher- ich hätte dich eher gebührend von deiner Reise begrüßen sollen. Du warst in der Ferne, das rieche ich. Sag mir: wie ist es dort? mein Blick richtete sich wieder auf den Braunen, ehe ich ein weiteres Mal versuchte die Beine in die Erde zu stemmen, es dieses Mal sogar schaffte mich aufzusetzen. Noch immer kribbelten Muskeln und Sehnen und ich wollte, es würde aufhören, während meine kehle schreiend nach kühlen Wasser schrie.

btW Sköll (Erwähnt: croi, Madran, Balder, kalashnikov)
[denkt nach und schaut zu sköll, spricht und richtet sich auf]

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 Sköll

Normalrangig | Wolf
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BeitragThema: Re: Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}   Di 16 Feb 2016, 18:11

Let's see if you're all just bark, no bite.
Cowards like you always turn tail and take flight.
Why the good die and the cruel live?
Injustice I cannot forgive

God Syndrom -Madame Macabre

Ich ließ sie denken. In ihren eigenen Gedanken verschwinden. Nutzte die Zeit um einen Augenblick lang selbst wieder zurückzukehren. Zurück an jenen Moment, denn ich doch eigentlich hatte vergessen wollen. Dieser eine entscheidende Moment. Das Bild des anderen Wolfes, erschien vor meinem inneren Auge. Und erneut verschwendest du einen Gedanken daran, Sköll. Die Gedanken können manchmal richtig hinterhältig sein oder nicht? Aber selbst dann hörten sie nicht auf. Drangen immer tiefer ein und verstrickten sich zu einem Netz aus Hass und Verachtung auf mich selbst. Unbeantwortete Fragen, nagten an mir und sie machten mich noch dazu unendlich wütend. Ungewissheit. Da war sie schon wieder. Wie ich sie doch verfluchte. Mein Verstand sehnte sich so sehr nach diesem Wissen, dass es beinahe schon wehtat. Hatte er gesehen, dass ich wie ein Feigling gerannt war? Ich hatte einen Fehler gemacht. Einen Großen. Hatte einem anderen, meine größte Schwäche gezeigt. Unbedachtes Handeln wurde am Ende immer bestraft. Was würde ich tun, wenn er es gesehen hatte? Ihn töten... einfach beseitigen? Mein Geheimnis hüten... Aber ich wusste ich würde es nicht schaffen...ihn zu töten. Das wurde mir mit jedem Gedanken mehr klar. So wie ich es nie schaffen würde Khaz zu töten. Oh, verflucht sollten diese beiden Wölfe sein. So sehr ich mein Herz auch verschloss, schlichen sich immer wieder kleine Seelen hinein. Einen anderen Wolf zu einem Handel zwingen? Hier gibt es genug, die sich darum kümmern würden. Und doch missfiel mir dieser Gedanke. Aber warum schlug ich mich jetzt schon damit herum? Ich wusste nicht einmal ob er überlebt hatte. Warum also mit ‚was wäre wenn’ Fragen herum schlagen? Das würde mir jetzt auch nicht helfen. Mein Blick ruhte nun wieder auf Leithra und ich musterte ihren Gesichtsausdruck. Etwas musste geschehen sein. Etwas, was ich wissen wollte. Neugierde und das Streben nach Wissen, war manchmal ziemlich nahe beieinander. Dennoch drängte ich sie nicht zu sprechen. Ich hatte Zeit und Geduld. Zudem auch mein Bein mich wohl nicht mehr weit tragen würde. Ob ich es bis zum See schaffen würde? Kurz drehte sich mein Kopf wieder in die Richtung, in die ich vorhin gehen wollte. Aber gut, dass hier war nun viel wichtiger. Viel interessanter, als der Wunsch nach Wasser zu suchen.  Erst wenn es gar nicht mehr ging, würde ich die Chance auslassen, einen guten Handel zu bekommen. Erst wenn ich glaubte, mein Leben zu verlieren. So war ich eben. Gab niemals auf und kämpfte bis zum bitteren Ende. Mochte es Stolz sein, der daraus sprach? Oder einfach nur eine gewisse Gier.

Und dann begann sie zu sprechen. Die Stimme der Wölfin klang überraschend rau in meinen Ohren. Oder war es einfach, weil etwas in ihrem Kopf sie bedrückte? Ein wenig kniff ich meine Augen zusammen und musterte ihr Gesicht genau. Ja, es war ganz klar etwas geschehen. Und ihre Worte bestätigten es mir mehr und mehr. Nun, aber ich bin hier. Du denkst du hast einen Fehler gemacht.. nicht wahr? Meine Stimme war klar, aber sie zeigte noch immer nichts von den Gefühlen, die meinen Körper beherrschten. Es wurde an der Zeit, dass ich meine guten Beobachtungen ausspielte. Vielleicht würde ich sie auf meine Seite ziehen können. Sie wirkte gerade gebrochen... perfekt um mit ihr zu spielen. So perfekt. Ich denke es gibt keine Fehler. Ich sprach nicht weiter. Ich wollte ihre Aufmerksamkeit. Vielleicht würde ich sie dadurch bekommen. Als ich merkte, dass meine Nase trocken wurde, leckte ich mit der Zunge darüber und befeuchtete sie wieder. Dabei wante ich aber meinen scharfen Blick nicht ab. Zu schnell könnte mir eine wichtige Bewegung entgehen. Ihre nächsten Worte hatte ich nicht so sehr erwartet. Sie kannte mich nicht, also warum sollte sie mich gebührend begrüßen? Ein leichtes Zischen drang aus meiner Kehle und ich schüttelte nur leicht den Kopf. Ein Wolf wie ich, braucht keine Begrüßung. Viel lieber bleibe ich im Hintergrund, da lebt es sich viel freier. Und dennoch kann man dort seine Stellung im Rudel beweisen. Ungesehen. Unbeachtet. Natürlich liebte ich es, geheimnisvoll zu sein. Unauffällig. Ein niemand würde mir glauben, würde ich sagen, dass ich meine Pfoten im Spiel der Macht hatte. Sie alle sahen nur den verkrüppelten Wolf. Und genau das, war ihr Fehler. Sie glaubten nur Stärke, würde etwas ausmachen. Aber der Verstand, war doch viele Male mächtiger. Eine Weile schwieg ich dann. So einfach würde sie das nicht erfahren, was sie wissen wollte. Nun, wenn du wissen willst, wie es dort ist, musst du mir etwas als Gegenleistung geben. Schließen wir einen Handel. Ich gab ihr einen Augenblick zum Nachdenken, aber nicht lange genug, dass ich ihre Antwort hören konnte. Wenn du das eine Wissen willst, will ich wissen, was dich hier her getrieben hat. Warum bist so weit gelaufen ohne zu rasten? Das Eine hatte ich mit dem anderen Kombiniert und es interessierte mich wirklich. Ich hätte vieles Fragen können. Wie es dem Rudel ging, ob etwas Wichtiges passiert war. Aber ich wollte das Wissen, was sie betraf.

Einen Augenblick lang, schwieg ich wieder. Hatte das Kiefer fest aufeinander gedrückt und spürte die Hitze ein weiteres Mal deutlich an meinen Körper zerren. Es zerrte wie ein Geier an einem Stück Aas. Wasser... Nahrung. All das schien gleichzeitig gegen meinen Kopf zu hämmern, als wollte es zuerst gestillt werden. Aber das war nicht wichtig. Für mich persönlich jedenfalls. Der Rest sagte etwas anderes. Aber all das musste weiterhin zurück gesteckt werden. Verdrängt und beseitigt. Nicht einmal der leichte Wind, welcher durch mein Fell wehte brachte Erlösung. Viel eher schien er alle verhöhnen zu wollen. So als wäre er zwar da, aber schien die Hitze nur schlimmer zu machen, anstatt Kühlung zu bringen. Welche Ironie. Auch wurde mir erst jetzt der leichte Nebel bewusst, der über den Boden schwebte. Nur ganz leicht und doch trübte er den Boden um uns herum. Als würden unsere Pfoten in Wolken verschwinden. Dennoch konnte man dem Himmel ansehen, dass ein weiterer heißer Tag zu erwarten war. Viel zu heiß, für den Pelz der Wölfe.

BtW: Leithra
[Denkt selbst nach und gibt Leithra Zeit, lauscht dann ihrer Antwort, und antwortet darauf selbst, bietet ihr einen Handel an, betrachtetet dann die Wetterlage um sich herum]
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 Leithra

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BeitragThema: Re: Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}   Do 18 Feb 2016, 18:22

[Kap. 7.04]
Mein Blick flog an Sköll vorbei und verschlang die Landschaft zu seiner rechten. Das Land hier schien so wie, doch eigentlich schaute ich mich um, um sicher zu gehen, dass hier kein anderer Wolf war. Ich hatte wenig Lust auf eine unverhoffte Begegnung mit stinkenden Nordwölfen oder den ungehobelten Einzelgängern. Mir reichten die schlimmen Erinnerungn lange genug aus ohne dass ich eines dieser Biester so bald wieder sehen müsste. Die Mentalität der Einzelgänger verstand ich sowieso nicht. Sie waren stehts alleine, oder höchstens zu zweit- hatten niemanden, waren einsam und es würde niemande kümmern, ob sie lebten oder starben. Sie könnten keine Spuren hinterlassen, an die sich je jemand erinnern würde. Sie waren schließlich nichts besonderes, konnten sich nicht beweisen und keine prunkvollen taten vollbringen- und wenn sie es taten, so würde dem doch niemand gedenken. Es würde allen schlichtweg egal sein, denn kaum kannte jemand den Namen von irgendeinem dieser Einzelläufer.
War ein Rudel nicht besser- wobei, genau genommen fühlte ich mich dort momentan auch nicht wohl, was aber wohl nicht am Rudel lag, sondern alleine an mir, meiner Erziehung und Mentalität. Dennoch würde ich ein Rudel jederzeit vorziehen. Ich könnte es nicht ertragen keine Aufgabe zu haben, stets alleine zu sein und keine Aufgabe im Leben zu haben. Man trieb doch nur herum in stetem Erwarten nachts umgebracht zu wesen. Man hatte niemanden, würde nie Liebe finden so alleine, man würde niemals seine Gedanken teilen können. Ich würde es nicht ertragen, wenn mein Rudel nicht wäre. Auch wenn ich mich momentan mehr als unverstanden fühlte, so wollte ich nicht, dass sie weg wärden, gar verletzt oder tot, und ich zurück bliebe. Schlielich war ja genau das meine Aufgabe zu verhindern!
Ich beschütze!

Mein Blick glitt schärfend zu Sküll zurück, der mich während meiner Gedankengänge nicht störte, sondern gleichsam geduldig wartete, bis ich mich wieder auf ihn konzentriert hatte. Ich stuzte, als er seine Worte an mich richtete. Beinahe war mir, als würde er versuchen in meinem Kopf zu blicken. nein, das denke ich eigentlich nicht. Ich finde immernoch, dass es richtig war, was ich getan habe. Doch die anderen denken das nicht. erklärte ich mich vorsichtig und tastend. Warum interessierte es Sköll überhaupt was in mir vorging. Ich konnte mir ehrlich gesagt kaum vorstellen, dass er ein Interesse an meinem Leben haben könnte oder würde.
Ich denke, es gibt Fehler. Es könnte ein Fehler gewesen sein hierher zu kommen schloss ich an seine Worte an Wobei es ein schöner Gedanke ist, zu glauben, dass es so etwas wie richtig und falsch nicht gäbe.
Wenn es tatsächlich keine Fehler gäbe, so wäre es tatsächlich viel leichter zu handeln. Wenn tatsächlich nichts falsch wäre- wonach konnte ein Alpha dann noch richten, wonach würden Eltern erziehen? Nachdenklich blickte ich Sköll an, ehe ich auf meine Pfoten schaute. Ja, wenn es kein richtig und falsch gäbe, wonach war ich dann erzogen. Richtig war für mich immer, was nützlich war, um mein Rudel zu schützen. Falsch war das, was uns gefährdete. Vielleicht war auch einfach richtig, was meiner persönlichen Empfindung nach das Richtige war. War ich so subjektiv? Ein seltsamer Gedanke, dass meine Moral vielleicht doch nicht das war, woran ich glauben konnte.

Nun , dann sag mir- wie  beweißt du deine Stellung, wenn du nur im Schatten wandelst? Dich wird doch niemand schätzen, wenn deine taten ungesehen bleiben, wenn du ungesehen bleibst? Ich verstand nicht ganz worauf er eigentlich aus war und blickte ihn fragend an. Wollte e rmir tatsächlich weiß machen, dass er im Schatten eine große Nummer war? Wieso hatte dies aber niemand bemerkt. War er doch ein anderer, als er vorgab zu sein. Genau genommen, konnte ich mir da skaum wirklich vorstellen, obwohl ich ihm durchaus zutrauen würde, dass er schlauer war, als wir vielleicht dachten. Für dumm oder trivial gestrickt hatte ich ihn nie gehalten, doch dennoch hatte ich ihn vielleicht unterschätzt.
Seine nächsten Worte ließen mich aufhorchen. Einen Handel? Nun, es ist kein Geheimnis, würdest du es doch ohnehin erkennen, wenn du dort im Lager ankommen würdest erklärte ich schulterzuckend und musterte ihn abermals, diesmal misstrauisch. Warum sollte ich es ihm nicht erzählen, was es doch ohnehin offensichtlich, dass etwas nicht stimmte. Wir waren ein Rudel, wieso sollte ich also Geheimnisse hegen? Im Lager war ein Eindringling. Und ich habe sie eben wenig freundlich begrüßt. Schließlich hat sie sich wie ein Spitzel versteckt, was sollte ich da also denken? Nun, doch ich bin stets missverstanden, wenn ich ich versuche meiner Aufgabe zu folgen. Sie sehen in mir den Fein statt in der offensichtlichen ! Ich schnaubte bei den letzten Worten, ehe ich den Blick senkte ich glaube aber kaum, dass dich interessiert, was in mir vorgeht. Das würdest du auch nicht verstehen, teilst du doch nicht mein Schicksal.. wehrte ich nun leicht ab und musterte das Gras auf der Erde.
Vielleicht interessierte es ihn nicht, doch irgendwie schien er dennoch ein Interesse zu hegen. Vielleicht nicht an mir. Aber am Rudel? Oder an etwas anderem?

BtW Sköll
[Denkt nach, antwortet]

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 Sköll

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BeitragThema: Re: Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}   Do 18 Feb 2016, 21:16

Aware, aware, you stalk your prey
With criminal mentality
You sink your teeth into the people you depend on
Infecting everyone, you're quite the problem
Fee-fi-fo-fum, you better run and hide
I smell the blood of a petty little coward

Wolf In Sheeps Clothing – Set it off

Meine Ohren zuckten hin und her und ich wante meinen Kopf nun völlig zu Leithra, als sie wieder zu sprechen begann.  Lauschte ihren Worten und pflückte sie in Gedanken auseinander. Versuchte ihre Bedeutung bis auf das kleinste Detail heraus zu filtern. Dazu achtete ich auf ihre Stimmlage und auf ihre Haltung, ihren Blick. Wenn man etwas über andere Wissen wollte, war eine die volle Aufmerksamkeit ein muss. Anders war die Gefahr viel größer, dass einem etwas entging. Sei es auch nur das kurze Zucken der Nase, oder ein lauteres Ausatmen. Eine Weile blickte ich ihr dann auch einfach in die Augen und überlegte mir eine Antwort. Es war ein heikles Thema, was wir da gerade angesprochen hatten. Nun, ich denke es gibt nur Fehler, wenn es auch etwas gibt was perfekt ist. Und ich bin ehrlich, ich habe noch nie einen perfekten Wolf gesehen. Wir alle haben einen Riss im Schein des Ideals.   Ich hielt einen Moment lang inne und befeuchtete meine Nase indem ich mit der Zunge darüber fuhr. Der leichte Wind rauschte in meinen Ohren und ich konnte einen Moment lang alles andere ausblenden. Da war nichts mehr. Keine Ebene mehr, keine Leithra. Einfach nur das große Nichts. Nun gut, vielleicht war da noch dieses kleine stetige Rauschen, aber mein Blick war getrübt und weg von dieser Welt gerichtet. Nach weiteren wenigen Atemzügen, blinzelte ich kurz und nahm die schwarze Wölfin vor mir wieder deutlich wahr. Ihr schwarzer Pelz stach aus dieser kargen Umgebung heraus und lenkte all die Aufmerksamkeit auf sich. Doch sag mir, wenn du diesen Gedanken schön findest, wenn es kein Richtig oder Falsch gäbe. Dann sag mir, wer richtet? Wer entscheidet was richtig und was falsch ist?  Ist es ein Wolf... oder gar ein Wesen, das über unseren Verstand hinaus geht? Sind es wir selber oder ist es das Schicksal? Erst wenn man diese Frage beantworten kann, dann weiß man... was richtig und was falsch ist. Wir leben in einer freien Welt und sind frei zu tun was wir wollen. Ein niemand bindet uns. Nur wir selbst. Ein niemand hat das Recht uns zu richten. Weder Alpha, noch Fremder. Meine Brust hob und senkte sich in gleichmäßigen Zügen und auch der Schmerz in meinen Hinterpfoten war abgeflaut. Der Lauf hatte mich geschwächt, aber dieses Mal wollte ich nicht als schwach dastehen. Welche Ironie. Das ich ausgerechnet in einem schwachen Moment Stärke zeigen wollte. Welche Logik war dahinter? Oder einfach nur der leichte Stolz, der sogar mich hin und wieder ergriff? Aber auch das war eine Frage, über die ich lange nachdenken könnte. Es gab so viele verschiedene Möglichkeiten und Antworten. Und mit keiner würdest du dich zufrieden geben.

Ihre nächste Frage überraschte mich nicht im Geringsten. Es war klar gewesen, dass sie gestellt wurde. Nun es gab auch nur zwei Optionen, die Antwort so hinzunehmen und zu schweigen, oder nachzufragen. Sie war wohl einer von jenen Wölfen, die eher nachfragten als zu schweigen. Es geht nicht darum, wie viele deine Taten sehen oder welche Taten du machst. Es geht nur darum, wer sie für gut befindet. Ein einziger Wolf reicht. Was nützen mir, wenn tausend Augenpaare auf mich gerichtet sind, nur nicht jenes, dessen Blick ich am meisten will? Im Schatten mag man weniger Auffallen, so suchen aber viele in der Dunkelheit nach dem Licht. Ich ließ es erneut offen stehen. So war ich eben. Immer darauf bedacht in Rätseln zu sprechen. Mich dadurch nicht zu verraten. Ich brachte die anderen Wölfe zum Denken und ließ sie dabei vergessen, nach meiner wahren Natur zu suchen. In vieler Hinsicht war ich eine eigene Lüge. Ich belog mich selbst. Formte mich selbst zu jemandem anderen. Wurde zu meinem Wunsch, einer Illusion. Ein falscher Tritt, ein starker Wind und der Nebel konnte fort geweht werden. Es war ein gefährliches Spiel. Einem Spiel in dem ich begonnen hatte gut zu werden. Denn ich hatte die Regeln selbst geschrieben. Vielleicht war ich dazu verdammt irgendwann zu fallen...aber noch war ich auf dem Weg nach oben. Mein Kopf glitt leicht hin und her und ein Wolfslächeln erschien auf meinen Lefzen. Aber ich bin nicht im Lager oder? Und woher weiß ich, dass das was ich sehe der Wahrheit entspricht? Lieber höre ich es von dir persönlich. Vielleicht sehe ich dann am Ende auch beide Seiten. Aber wer wäre ich wenn ich nur eine Seite urteilen würde? Gut, genau das war ich eigentlich. Ich suchte mir die Seite, von der ich mehr erwarten konnte. Egal ob Feind oder Freund. Für mich waren sie alle gleich. Nord oder Süd. Fremd oder Bekannt. Wer einen Handel wollte konnte zu mir kommen. Ich unterschied nicht. So waren wir doch alle von der selben Spezies. Kaum hatte ich ausgesprochen, schien sie schon weiter zu sprechen. Klagte über eine Fremde, die in das Lager eingedrungen war. Sie war wohl durch und durch ein Rudelwolf. Immer bereit aufzuspringen und zu beschützen. Eine nette Eigenschafft. Eine, die einem die Fesseln um die Pfoten legte. In meinen Augen jedenfalls. Ein kühler Ausdruck war in mein Gesicht zurückgekehrt und ich spannte die Schultern an, um sie wenig später wieder locker zu lassen. Wenn es mich nicht interessieren würde, hätte ich nicht danach gefragt oder? Wie du schon sagtest, ich hätte ins Lager gehen können. Aber ich habe es nicht getan. Ich bin immer noch hier oder nicht? Es war wohl eher eine unsinnige Frage, da sie mich ja sehen konnte. Aber vielleicht brauchte es einfach diesen kleinen erneuten Hinweis. Meine Augen waren nun völlig auf Leithra gerichtet und im hellen Licht der Sonne, wirkten sie kräftiger Grün als sonst. Brachten etwas von der Frische mit sich, die diesem vertrockneten Platz fehlte.

Btw: Leithra
(antwortet ihr, denkt über sich selbst nach, spricht dann wieder)


Zuletzt von Sköll am Do 18 Feb 2016, 22:32 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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 Leithra

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BeitragThema: Re: Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}   Do 18 Feb 2016, 21:53

Kap 7.05
Es galt die Persönlichkeiten zu kennen, mit denen man sich umgab. Zumindest vertraute ich darauf die Kenntnisse zu erlangen, hatte zu meiner Kriegerischen Ausbildung wohl auch die Analyse gehört. Natürlich War ich nicht perfekt darin, hatte ich mich ja hauptsächlich mit anderen Dingen beschäftigen dürfen.. oder müssen. Doch ich erkannte dennoch leichte Regungen in meinen Gegenübern. So auch in sköll, der mir nun gerade seine ganze Aufmerksamkeit zu schenken schien, indem er mich direkt anklicken. Zum ersten Mal fielen mir die leuchtend grünen Augen auf. Bisher hatte ich nie wirklich darauf geachtet. Auch Betrayal hatte ein grünes Auge, doch bei Sköll wirkten sie anders als bei vorigen. Bei sköll wirkten sie zielstrebig, forschend, bewusst.
Seine Worte hingegen weckten etwas anderes in mir, als sein durchdringenden Blick. Ich erwiderte diesen ruhig , ließ meine schale ein wenig lockerer als noch vor Minuten. Was hatte ich denn hier noch zu befürchten. Sköll War offensichtlich nicht hier um mich anzuzweifeln oder mich zu kritisieren, also könnte ich wohl etwas entspannen. Zumindest soweit, dass meine Muskeln nicht mehr kämpfen würden.
Perfektion. Ist es nicht das wonach alle streben. Egal, ob es zu erreichen ist oder nicht wer will sich schon als Mängelwesen bezeichnen? meinte ich darauf und legte die Kopf leicht schief. Ich zumindest strebte so gerne nach der fehlerlosigkeit und wusste doch, dass dies nicht möglich War. Schließlich sollte man darauf zunächst definieren, was denn Fehler waren. Doch dies führte zu weit. I h könnte kaum die Welt neu Formen und das vorgeben, was sich hätte meiner Meinung nach etablieren sollen. Es War nun einfach mal so, dass die Welt bereits existierte. Ich könnte kaum neue Geschichte schreiben unter neuen Bedingungen schreiben. Die Bedingungen waren vorgegeben und ich, die an das Schicksal glaubte, zumindest Stückweise , könnte nichts ändern. Das Leben War determiniert. Vielleicht zumindest.
genau das ist es doch- es gäbe KEINEN Richter wenn richtig und falsch nicht existent wären. Es ist kein Richter von Nöten, der bestimmt und fordert und bestraft. So müsste man sich auch nicht die Frage stellen, wer ein solcher Richter sein müsste . Doch solange wir in einer Welt leben, in der richtig und falsch von persönlichem Gefühl bestimmt ist, so ist wohl jeder sein eigener Richter.

Ich würde zu gerne wissen, warum sköll auf so geheimnisvoll tat.oftmals wirkte dies doch gekünstelt, oder würde es zumindest, wenn er eben nicht er wäre. Er War nun einmal einer der wenigen, von dessen Denkweise ich absolut nichts wusste. Wie auch, wenn ich sonst nie mit ihm zu tun gehabt hatte . Vielleicht hätte ich dies einmal tun sollen, dann Stände ich nun nicht vor diesem Rätsel. Zumindest nicht in diesem Maße in dem ich es jetzt tat.
Wenn nun aber niemand sieht was du tust .. niemand deine Absicht versteht? konnte man mir doch ansehen wie verzweifelt ich nach Bestätigung suchte. Es tat beinahe weh, wenn Madràn oder Malik oder sich Shenali mir nichts zu teil werden ließen als abschätzig Blicke. Es War das wa dich suchte- Lob und stolze Reden. Ich hatte doch immer mein leben gegeben. Zumindest hatte ich es geben wollen udn war jeder Zeit bereit gewesen zu opfern, auch wenn ich oftmals nichts als Spott erntete. Oder Ignoranz
Ich hatte oft Dinge getan auf purer Nächstenliebe. Für das Rudel. Für die Gemeinschaft. Doch gesehen hatte es selten jemand m mir War durchaus bekannt wir es sich im Schatten lebte, doch nicht das hatte mich glücklich gemacht. Nicht umsonst hatte ich mir meinen höheren Rang erkämpft indem ich immer alles für MEIN Rudel getan hatte. Oh ja. Ich War so verdammt abhängig von Ihnen. Doch was sollte ich tun. Ich brauchte e snur einmal. Das Gefühl gebraucht zu werden. Ist e szu Viel verlangt?

Frohe War mir das anderes Thema. Es drehte sich zumindest ein Stückweise mehr um Fakten als um meine Gedanken, fiel es mir doch stets schwer auch heue noch darüber zu sprechen, was in mir vorgeht. Ja ich sehe dich hier stehen. Doch glaubte ich nicht, dass dich wirklich meine Geschichte interessiert. Vielmehr die Fakten, wenn sie sich such um mich winden... sag mir, hast du dich je für das Innenleben anderer Interessiert. Ich habe dich nie mit etwas wir einem Freund gesehen? nun zugegeben War das nicht anders als mit mir. Auch ich besaß Software nicht. Ich besaß einseitige Sympathien die entweder von dem anderen nicht erwidert wurde., oder von mir alert nicht. Doch sköll mochte vielleicht nicht einmal das haben.. oder War ich zu verblendet von dem einzelgängrischen, das ihn umgab? Ich wollte ihn sicher nciht verurteilen..
Nun sprich du! forderte ich meinen Teil des banalen Handels ein


Bzw sköll.
Denkt nach. Spricht

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 Sköll

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BeitragThema: Re: Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}   Fr 19 Feb 2016, 14:19

We weren't divided
We were the same
And we were free
But we all wore chains
We couldn't see it
But we created
A place between truth and overrated

Fly on the wall – Thousand Foot Krutch

Ich merkte wie sich ihr Blick veränderte. Ihre Aufmerksamkeit lag nun genauso auf mir, wie die meine auf ihr. Und so komme ich schon einen Schritt weiter. Nur ein kleiner, welcher aber mehr bewirkten konnte, als manche denken. Mein Körper war nun ganz entspannt. Ich hatte jede Abwehr fallen gelassen, natürlich unter der Vorsicht sie jederzeit wieder hoch zu fahren. Aber ich konnte nicht ihr Vertrauen gewinnen, wenn ich mich benahm, wie ein Wolf, der in jedem und alles den Feind sah. Denn das war doch ihr Fehler, den sie glaubte, dass das Rudel ihr vorwarf. Mein Spiel musste daraus bestehen, dass ich ihr das Gefühl vermittelte, dass es mich nicht scherte was richtig und was falsch war, oder welche Tat sie vollzogen hatte. Auch sie schien sich ein wenig zu entspannen. Soweit man einen müden Körper als entspannt bezeichnen konnte. Und da ist wieder die Frage, wer von alle entscheidet, was ist die Perfektion. Wann haben wir sie erreicht? Ich finde es unsinnig, wenn man sich über solche banalen Themen den Kopf zerbricht. Da verpasst man doch, all das was um einen herum geschieht. Und nicht alles, was nicht perfekt ist, bedeutet nicht gleich, dass es ein Mangel ist. Viel mehr, war dieser Wolf mutig genug, zu erkennen, wer er selbst war. Das ist doch das, was wir auch suchen. Wer ist man? Welche Aufgabe hat man? Warum ist man hier? Erneut zuckte ein Wolfslächeln über meine Lefzen. Fragen, auf die wir wohl nie eine Antwort finden, solange wir nur nach dem einem streben. Nur wer zulässt oder akzeptiert, wird am Ende sein Ziel erreichen. An einer Stelle stehen bleiben... tja, du kannst dir denken, dass man da viel verpasst. Ich hatte es geschafft, meiner Stimme etwas Belangloses zu verleihen. Als wäre es so natürlich und als würde meine Sicht auf diese Dinge neutral sein. Was wohl eine ziemliche Lüge war. So war ich doch nicht besser, als all diese anderen Wölfe. Am Ende war ich wohl der Schlimmste von allen. Jener, der nur nach der Macht und dem Wissen suchte und mich dabei mehr und mehr in meinem eigenen Netz verlor. Wer war ich nun wirklich? Sköll, der verfluchte Jäger der Sonne oder einfach nur der Händler? Zwei Gesichter. Zwei Geschichten. Aber welche war der Wahre? Ihre Worte belustigten mich tief in mir drinnen, so passten sie doch zu meinen Gedanken. Doch außerhalb blieb mein Gesicht kühl und gelassen. Wahrlich, die Welt wäre schöner, würde nicht jeder glauben im Recht zu liegen. Aber am Ende würde es auch keine Persönlichkeiten mehr geben. Egal wie man sich dreht und wendet. Am Ende findet man immer etwas, was einem nicht gefällt. Sei es auch nur ein Fleck am Fell. Kurz flackerte in meinen Augen so etwas wie stummer Spott auf. Spott auf die Ansichten unserer Welt.

Einen Moment lang holte ich tief Luft und stieß sie dann langsam wieder aus. Versuchte so die Hitze aus meinen Körper zu jagen, die mich immer mehr zu quälen schien. Mein Fell war nicht so dick, wie bei manch anderen Wolf, aber dennoch war es nicht gerade ein Vorteil im Licht der Sonne. Und das war erst der beginn des Tages... wie würde es wohl erst zur höchsten Stufe sein? Niemanden? Ich schüttelte den Kopf und zog die Vorderpfoten enger an mich heran. Niemand gibt es nicht. Denn es gibt immer jemanden, der es sieht. Und auch gibt es immer einen, der die Ansichten versteht. Man darf nur nicht aufgeben zu suchen oder zu kämpfen. Denn wenn man aufgibt hat man verloren. Klingt lächerlich nicht wahr? Aber die Schatten bergen mehr Augen, als man glaubt. Ich wusste von was ich sprach. Denn hatte ich mich nicht von der Jagd des Lichts abgewandt und wandelte nun bei den Schatten? Ja, das hast du schon vor langer Zeit getan. Das Licht bringt einen größeren Schmerz, als wie die Dunkelheit je kann. Eine Weile schwieg ich dann einfacher und ich genoss die kurze Ruhe, die zwischen uns entstand. Keine Stimmen, welche die Natur unterbrachen. Es schien sogar so still zu sein, dass ich das Schlagen meines eigenen Herzens in meinen Ohren hörte. Wie das Rauschen eines stetigen Flusses. Ein Bezeugung davon, dass ich noch lebte. Das mir die Flucht gelungen war. Wohl aber nicht die Flucht vor meiner Feigheit. Und du kannst es immer noch nicht lassen oder, Sköll? So kehrt es immer wieder zu dir zurück. , knurrte ich mich selbst in Gedanken an und hätte beinahe laut aufgeseufzt. Schnell genug fiel mir wieder ein, dass ich nicht alleine war. Ich musste die Maske oben behalten. Keine Chance, sie abzulegen. Nicht hier. Nicht jetzt. Umso dankbarer war ich der schwarzen Wölfin, als sie wieder zu sprechen begann. Sie stellte eine leise Frage. Nichts, das nicht unmöglich ist... ist zu viel. Und eine Wölfin wie du, wird bestimmt schon bald zu dem kommen, was sie will. Denn so sehr ich sie auch nicht kannte, so hatte ich sie dennoch beobachtet. So wie jeden Rudelwolf. Sie war hoch im Rudel. Vielleicht sogar höher als ich. Sie musste hart gekämpft haben. Denn eine Verwandtschaft zum Alpha oder zum Beta hatte ich nie entdecken können. Ihre nächsten Worte ließen mich einfach erstarren. Presste das Kiefer fest zusammen und wandte den Kopf einen Moment lang ab. Teils war es gespielt, teils wollte ein Teil von mir, keinen Gedanken daran verschwenden. Wollte nicht zurückkehren zu dem Feigling Sköll. Jenem, der an der Seiter seiner Freunde aufgewacht war und sogar eine Familie hatte. Für einen kurzen Herzschlag im langen Leben. Langsam hob ich dann meinen Kopf zum Himmel und starrte nach oben.   Oh, es gab viele Momente, wo es mich interessierte. Gefühle sind eine heikle Sache.   Und das Wissen über sie, kann dich mächtiger machen, als du glaubst. Nur bin ich nicht gewillt, meine eigenen zu zeigen. So interessiert es mich auch wirklich, was du dir denkst. Das war sogar einmal die Wahrheit. Denn das Interesse musste nicht geheuchelt werden. Immerhin hatte ich mich dafür entschieden, sie in mein Netz einzuladen. Sie damit zu umwickeln und zu fangen. Was das Thema Freunde anbelangte. Ich mochte keine festen Bindungen. Zu oft war ich enttäuscht worden. Und mit dem Händler, war auch die Einsamkeit gekommen. Gut... da mochte es Khaz geben... und vielleicht sogar Feryu. Aber einem anderen hatte ich nicht mehr Gedanken geschenkt als nötig.

Erneut verfiel ich in ein kurzes Schweigen und lauschte einfach dem gesagt der Vögel, die wohl kläglich versuchten etwas Normales in dieser Welt zu finden. In einer Welt die derzeit von der Hitze nach und nach vertrocknet wurde. Was das alles wohl noch bringen würde? Die laute Stimme von Leithra, drang dann wieder in meine Ohren und Laute und Worte bildeten eine Aufforderung. Schon gut, schon gut! Dann sag mir... was genau willst du wissen? Das Ziel, den Weg... oder die Erkenntnis? Das ich bei diesen Worten lügen würde, war mir von Anfang an klar. Denn es gab Geschehnisse, die kein anderer Wolf je erfahren durfte. Und sollte er es je wissen, war es an mir, ihn zu erledigen. Denn die Vergangenheit gehörte nur mir. Mir alleine.

BtW: Leithra
(gibt Leithra wieder antworten, denk nach und fragt sich was sie wissen will)
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 Leithra

Elite | Wölfin
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BeitragThema: Re: Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}   So 21 Feb 2016, 15:26

Kap 7.06
Perfektion. Oh ja. Wer konnte etwas dergleichen erreichen, wenn es so do simpel zu verstehen war, dass es soetwas nicht gab. Nichts war Perfekt außer Gott. Wobei man Perfektion auch in verschiedenen Beispielen messen könnte. Für jemanden der an Gott glaubte, wäre wohl die Perfektion darin gütig und gerecht zu sein, immer gut zu sein und rein zu bleiben. Gutes tun und gutes bekommen. Für jemanden der viel eher an die Grausamkeit der Welt glaubte, war Perfektion wohl an der Spitze zu stehen, sich durch zu setzten. Der Stärkste wäre wohl der Perfekteste. Doch in beiden Plänen gab es einen entscheidenden Punkt, den es zu beachten gab- Wer dem Glauben an Gott gänzlich folgte, um Perfektion zu erlangen würde feststellen, dass er mit seiner Einstellung nicht weit käme im Leben, denn er würde sicher nicht nur auf Gutes stoßen. Wer nun aber den anderen Weg gehen würde, würde am Ende wohl alleine sein mit seiner Perfektion, oder gar tot, weil es jemanden gäbe, der noch perfekter wär.
Skölls Worte trafen genau ins Schwarze. Ja, das erkennen war wohl das Problem, das sich mir bot. Wer war ich? Wer wollte ich sein? Wohin würde mich mein Weg führen? Ich hatte mir bisher kaum eine solche Frage gestellt. Meine Aufgabe war bisher mehr als klar gewesen: beschützen und gehorchen. Und dies waren auch die Gründe, weshalb ich überhaupt am Leben war. Zumindest hatte man mir das ein Leben lang erzählt. Ob die anderen dies je mitbekommen hatten? Im Grunde könnte es mir egal sein, doch mitunter kamen die Fragen auf, wie die anderen mich in diesen Jahren wahrgenommen hatten. Oder wie ich selbst mich wahrgenommen hatte. War ich überhaupt mehr, als eine leere Hülle? Genügte das, was ich war, ein Leben lang? Genügte es mir das zu sein, was ich sein sollte? Oder genügte es nur, wenn ich endlich das wäre, was ich sein könnte?
In meinem Leben war viel vorgegeben. Ich weiß nicht, ob du meine Mutter kanntest, doch sie hatte einen Plan für mein Leben. Unter anderen sollte ich die Perfektion in ihren Augen sein, ich sollte schützen und gehorchen. Ich sollte etwas sein, was sie nie war. Ich sollte sein, was ich eigentlich nicht bin, doch nun aber angenommen habe zu sein. Mittlerweile ist dieser Weg, den ich ging auch zu dem geworden, wen ich gehen sollte. Vielleicht kommt in diesem Leben noch einmal eine Abzweigung, die ich gehen könnte, doch vielleicht auch erst im nächsten Leben.
Im Grunde war es vollkommen deplatziert, dass ich ausgerechnet ihm das erzählte. Doch er war hier, und er hörte zu. War ich doch sonst in Gesellschaft zu gefangen. Gerade erst jetzt konnte ich einmal kurz mein misstrauen und die Kontrolle ablegen. Ich sank zurück auf die Pfoten und starrte nun von unten zu ihm herauf. Selten zeigte ich mich so schwach in der Gegenwart von anderen, verlangte man doch sonst immer von mir etwas Gegensätzliches.
Ich wollte kaum, dass er mich so sah, so schwach, so nachdenklich, glaubten dich die meisten von mir, dass ich das nicht könnte. Denken. Hatte man dies auch stets von meiner Seite aus abgelehnt. Zumindest die Höhenflüge. Ich hatte stets nur Handeln sollen, dies ist wohl auch der Grund, weshalb ich meine Probleme stets in körperlicher Natur zu lösen wusste. Ich besaß nicht solche Fähigkeiten wie die meisten. Ein wunder, dass ich so etwas wie Empathie empfinden konnte, wenn man mich doch stets fern seelischer Kontakte gehalten hatte. In diesen Momenten mochte ich meine Mutter verdammen, doch konnte ich nicht. Man sprach nicht schlecht über Tote, das hatte ich selbst gesagt, und so wollte ich auch nicht ihr gedenken in den Schmutz ziehen. In meinen Augen war sie immer eine ehrbare Dame gewesen, auch wenn mein Vater davongelaufen war.
Aus Skölls Worte hin erwiderte ich bloß Richter möchte ich nicht sein, ich könnte kaum Gnade walten lassen. Dazu wurde ich nicht erzogen

Im Grunde war es viel zu einfach meine ganzen Fehler auf meine Erziehung zu schieben, doch wo sollte ich sonst suchen und finden? Im Grunde hatte man mein Leben vorgezeichnet und brav folgte ich den Wegen. War ihnen gefolgt, solange meine Mutter ein hütendes Auge auf alles hatte. Doch seit sie fort war-tot-, hatte sich etwas geändert. Ich konnte nur nicht sagen, was dieses Etwas war oder wie es zu empfinden war. Vielleicht war es bloß das Gefühl der Leere und Taubheit, die sich allmählich in mir breit machte.
ich suche schon mein ganzes Leben. Ich bin gut 3 Jahre auf dieser Welt und habe niemanden, den ich ‚Freund‘ nennen kann, mag es nun an der Absonderung durch meine Vorbestimmung sein oder durch mich selbst. Sind die Augen im Schatten denn ehrliche Augen? Würde ich sie finden, wenn ich sie suchen würde. Zugegeben ich suchte bisher nicht im Licht, hoffte eher dass ich gefunden würde Ein seufzen glitt aus meiner Schnauze, dass ich selbst kaum als ein solches erkannte. Im Geiste hoffend, dass ich errettet würde. Konnte man ein verlorenes Kind retten, es bergen und auf die richtigen Pfade führen? Vielleicht wäre auch mein Weg ein anderer? Doch woher sollte ich das wissen, und wie findet man etwas?
Ich würde zu dem kommen, was ich will- sagt er. Lächerlich, zum Lachen. Wie gerne würde ich lachen- habe ich je lachen dürfen in vergangenen Tagen? Ich konnte mich spontan nicht erinnern. Eigentlich trostlos. Doch diese Unterhaltung drohte mich in ein tieferes Loch zu reißen, als die Auseinandersetzung zuvor. Wenn ich einen Halt hätte, würde ich ihn greifen. Sag, hat du deinen Weg bereits gefunden- bist du zu dem gekommen, was du willst? richtete ich das Wort in Richtung der grün leuchtenden Augen und schüttelte leichte das schwere Haupt.

Dashier würde Grundlegend zu nichts führen, dessen war ich mir sicher. Doch gleichzeitig wünschte ich mir, dass er mir irgendetwas geben oder sagen könnte, was mich in irgendeiner Weise erretten würde. Doch vielleicht war er dafür der Falsche. Zumindest konnte ich auch nicht sagen, ob er der Richtige war. Er war in gewisser Weise etwas besonderes, nicht nur seine Erscheinung, die Grünen Augen, das Schleierhafte, sondern auch charakterlich. Es war, als könnte er alles sein, was er wollte. Vielleicht könnte er mir tatsächlich das geben das ich brauchte, auch wenn ich nicht wusste, was es war. Er schien zwar auf den ersten Blick schwach, durch sein hinkendes Bein, doch andererseits machte ihn das auch zunehmend stärker. Ein intakter Körper war nicht alles. Ich war zwar gesund, aber zufrieden war ich deshalb noch lange nicht.
ich lauschte wieder seinen Worten, die Niedergeschlagenheit hatte mich mittlerweile gezwungen, den Kopf hängen zu lassen. Nun, wie wäre es, wenn du mir einfach das erzählst, was du bereit bist zu sagen. Es ist mir im Grunde gleich, ob du von der Wahrheit oder einem Traum sprichst, denn zugegeben dieser ‚Handel‘ ist zu einseitig. Vielmehr würde mich nun interessieren, wo du mich siehst? mich hatte nie wirklich interessiert, was er in der Ferne gemacht hatte, diente es mir zuvor doch als nichts weiter, als einem Themawechsel, doch das Gespräch schien sich sowieso in eine bestimmten Richtung zu entwickeln. Und diese passte mir zwar kaum, doch was sollte ich dagegen tun. JETZT hatte ich mich darauf eingelassen.


btW Sköll
[denkt nach, antwortet, lässt sich auf das eigentliche Thema ein]

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 Sköll

Normalrangig | Wolf
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BeitragThema: Re: Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}   Mo 22 Feb 2016, 00:12

Save yourself
From a life full of lies and a heart full of pain and sorrow
Save yourself
From the choices I make cause nothing but failure follows me
Save yourself

Save Yourself -My Darkest Days

So gerne wollte ich nun in ihren Kopf sehen. Ihre Gedanken lesen, um herauszufinden, was sie wirklich beschäftigte. Aber diese Fähigkeit war mir verwehrt, so wie jedem Geschöpft auf dieser Welt. Manchmal würde das, alles so viel einfacher machen. Um so vieles einfacher. Und es ist kaum vorstellbar, was diese Macht alles anstellen würde. Es war ein so verlockender, sowie aber auch sinnloser Wunsch. Denn es war ein Wunsch, der auch in hundert Wintern nicht in Erfüllung gehen würde.  Als mein Blick wieder ihren Körper musterte und ihre Bewegungen studierte, glaubte ich wenig etwas in ihren Augen zu sehen. Es war nur ein kurzes Aufflackern. Ich denke, ich habe genau getroffen... mit der Frage, wer man am Ende wohl ist. Schnell unterdrückte ich ein zufriedenes Seufzen und besann mich darauf, ihrer Geschichte zu lauschen. Es überraschte mich, wie schnell sie sich öffnete. Lechzte sie so sehr nach einer Bestätigung? Als würde sie wie ein Vogel immer und immer zu nach einem Korn picken. Aber das Korn entgleitet ihr... so sehr sie es auch versucht. Das war wohl ein schlechter Vergleich, aber der Erste der mir in den Sinn kam. Eine Weile versuchte ich dann zu überlegen, ob ich ihre Mutter kannte. Ich ging alle möglichen Wölfe durch, die ich im Laufe der Jahre getroffen hatte. Mit denen ich Handel geschlossen oder sie am Ende verraten hatte. Eine kurze Erinnerung flackerte dann vor meinem inneren Auge auf. Es war nur das Fragment eines Bildes. Klare Augen die mir entgegen blickten. Augen, die mich fasziniert hatten, aber die mir gegenüber nur mit Verachtung gefüllt waren. Ja, ich kannte sie. Und ich kannte auch ihre Einstellungen. Ihren Zwang. Ihre Perfektion. Deine Mutter, hatte sich nie zu einem Handel überreden lassen. Sie befand es als Zweitverschwendung. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie mich nicht leiden konnte. Ich hatte keine Möglichkeit, die Belustigung aus meiner Stimme heraus zu nehmen. Zu stark, war noch die Erinnerung in meinen Kopf. Aber es geht nicht um deine Mutter. Nicht jetzt. Einen Moment lang machte ich eine Pause und legte mir die Worte zurecht. Sie hatte sich geöffnet und ich musste nun vorsichtig weiter gehen. Ein falsches Wort und ich würde mich verraten. Ich hatte nie behauptet, dass dieses Spiel einfach war. Ich denke, du hast diesen Weg auch gewählt, weil du  vielleicht Angst vor dem Unbekannten hast. Du hast den Weg gewählt, der dir bekannt war. Den man dir vorbereitet hat. Aber um das zu finden, was man will, muss man bereit sein, den Pfad zu verlassen.  Sich in das Unbekannte zu stürzen. Abenteuer zu erleben. Ich würde die Abzweigung wählen, selbst wenn es scheint, dass es keine gibt. Legte ich ihr offen vor. Immer eingezwängt zu sein und in eine Richtung gehen zu müssen... dieses Leben würde ich niemals wählen. Der Händler, würde es jedenfalls nicht wollen. Und was würde Sköll wollen? Wütend schüttelte ich leicht den Kopf.  Versuchte die eigene innere Stimme los zu werden. Jene Stimme, die man auch als Gewissen beklagte.

Meine Ohren zuckten nach vorne und ich besann mich wieder darauf, der schwarzen Fähe vor mir in die Augen zu sehen. Aber ist es nicht eine Stärke, dass man genau dann Gnade walten lässt, wenn die Aussicht am schlechtesten ist? Und am Ende muss man auch manchmal über sich selbst Gnade walten lassen. Denn das Problem ist, dass wir über uns selbst, oft stärker richten, als über andere. Ich befeuchtete wieder meine Nase und spürte den Durst wie einen Schlag zurückkommen. Die Hitze verschwand nicht. Egal wie sehr man sie versuchte zu verdrängen. Während ich mit mir kämpfte, dass die Hitze mich nicht zu Boden riss, gab ich Leithra wieder die Zeit nachzudenken. Vielleicht hätte sie es so oder so getan, vielleicht auch nicht. Mein Maul blieb jedenfalls für den Augenblick geschlossen. So war es auch sie, die erneut zu sprechen begann. Drei Jahre.... nur ein Jahr älter... als zu dem Zeitpunkt an dem ich mich veränderte. Verändern musste. Es war nie zu spät sich zu ändern... solange man es nur wollte. Vielleicht hatte man mir selbst nicht die Wahl gelassen, aber diese Wölfin vor mir hatte es. Gut, vielleicht konnte ich ein wenig nachhelfen, aber am Ende war auch meine Macht begrenzt. Denn mein Können bestand aus dem Analysieren und dem Manipulieren. Nicht aus dem Erzwingen. Vielleicht hätte ich Mitleid mit ihr haben können. Aber ich tat es nicht, das tat ich schon lange nicht mehr. Dieses Gefühl, band mich zu sehr an andere. Denn wer Mitleid verspürte war am Ende nicht fähig, das zu tun, was er tun musste. Es fällt mir schwer, dir das zu glauben, dass du nie jemanden als Freund bezeichnen konntest. Sag mir, was muss ein Wolf tun, damit du ihn als Freund ansiehst? Ich versteckte Neugierde in meine Worte und in meine Tonlage. Mit jedem Mal fiel es mir so viel einfacher. Einfacher das ‚Gesicht’ zu wechseln. In eine andere Rolle zu schlüpfen. Ich wurde zu dem, den die Wölfe sich wünschten. Schien das Licht in der Dunkelheit zu sein, bis sie erkannten, dass ich am Ende die Verdammnis war.   Die Augen der Schatten, sind manchmal ehrlicher als man es sich wünscht. Denn was haben die Schatten zu verlieren im Gegensatz zum Licht? Ich ließ die Frage offen stehen, gab ihr die Möglichkeit selbst zu entscheiden wie sie diese Antwort sah. Aber diese Worte hatten einen Funken Wahrheit inne. Denn die Schatten hatten nichts mehr zu verlieren. Ob sie jedoch lügen oder die Wahrheit sagen, das konnte man nie wissen. So wie man es nie bei jemanden wissen konnte. Selbst die ganze Welt konnte eine Lüge sein. Eine sehr gute jedenfalls. Belustigt über den Gedanken glitzerten meine Augen für einen Moment auf. Aber von Außen hin, wirkte dieses Aufflackern wie ein Hinweis. Ein Hinweis, auf die Teilwahrheit meiner Worte.

Ihre nächste Frage ließ mich wieder innehalten. Ich erstarrte zu einem Felsen und kniff nachdenklich die Augen zusammen. Hatte ich erreicht was ich wollte? Was wollte sie hören? Wollte sie eine Bestätigung, dass man erreichen konnte was man wollte, oder einen Kumpanen, der ihr Leid teilte? Das war eine schwierige Aufgabe. Ich suchte fest in ihren Augen nach einer Antwort. Doch dieses Mal blieb sie mir verwehrt. Wie wäre es mit der Wahrheit, Sköll? Hast du den erreicht was du wolltest? Hatte ich? Zum Teil ... wenn man es sich genau überlegte. Ich hatte es geschafft jemand anderer zu werden, mit der Nebenwirkung, dass es den Verbannten noch immer gab. So war die Vollkommenheit noch nicht erreicht worden. Wenn ich ehrlich bin. Dann muss ich sagen, ich habe Teile meiner Ziele und Wünsche erreicht. Aber andere sind dafür verloren gegangen. Vielleicht finde ich den Weg noch, vielleicht auch nicht. Ich fand, dass es eine gute Antwort war. Sie sagte viel aus und würde für beide Seiten wählbar sein. Für jene, die nach einem Vertrauten suchte und für die andere, die das Ziel haben wollte. Welche Seite sie wohl wählen würde? Aber vielleicht hatte ich am Ende auch das Gegenteil erreicht. Dieses Mal, war diese Ungewissheit stärker, als zuvor. Und ich hasste die Ungewissheit. Es fiel mir auch schwer das Grollen hinunter zu schlucken, dass sich immer mehr in meiner Kehle ausbreitete. Es tat fast schon weh, still zu bleiben.

Kaum hatte ich mich wieder völlig unter Kontrolle, war es an mir erneut zu sprechen. Nun, es war keine spannende Reise, ich habe nur jemanden gesucht. Ich habe ihn gefunden, aber die Zeit, hat uns beide verändert und wir haben einander mehr misstraut als gesprochen. Das war nah genug dran an der Wahrheit. Weder sagte ich, dass ich nicht alleine gereist war, noch dass jener Wolf einer der Wichtigsten in meiner Vergangenheit war. Dieses Wissen ging sie nichts an. Aber blieb immer noch ihre letzte Frage. Wo sah er sie? Ich denke, du musst diese Frage ein wenig ausformulieren. Ich stand auf und bewegte mich dann ganz leicht, da meine Pfoten drohten von dem langen Sitzen steif zu werden. Meinst du wo ich dich im Rudel sehe? Meinst du wie ich dich in Beziehung zu mir sehe? Oder im allgemeinen, wohin dich dein Weg führt? Ob ich glaube ob du scheiterst oder gewinnst?

BtW: Leihtra
(Denkt nach, erinnert sich an Leithras Mutter, antwortet ihr)
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 Leithra

Elite | Wölfin
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BeitragThema: Re: Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}   Mi 24 Feb 2016, 13:33

Kap. 7.07
Ein zu tiefgründiges Gespräch für meinen Geschmack, doch jetzt, wo ich den Schritt gegangen war, um mich darauf einzulassen, war es zu spät zurück zu treten. Zu tief steckte ich schon mit meinen Gedanken in diesem Gespräch und zu tief hielten sie mich fest. Es jetzt abbrechen wäre schlichtweg unhöflich, mehr noch, unehrlich, ich könnte wohl kaum leugnen, dass es mir guttat mit jemandem zu sprechen über das, was in mir vorging, einem nicht beteiligten, einem, der sich jetzt noch sein Bild schaffen könnte, ohne bereits eines zu haben. Er war doch unparteiisch. Zumindest war dies so offensichtlich- ob es tatsächlich dem entsprach, konnte ich kaum bestimmen, das wüsste nur er.. Doch vielleicht sollte ich nicht darüber nachdenken, wie ich dieses Gespräch abbrechen könnte, sondern wie ich darauf eingehen könnte. Was sollte er mir schon groß antun. Alles was mich betraf war schon einmal gesagt worden. Er könnte mir kaum etwas Neues, verletzliches sagen. Schließlich war dies alles schon an mich getreten. Ich war meist ehrlich zu mir selbst, indem ich mir durchaus bewusst machte, wie andere über mich denken können. Zumindest versuchte ich es, auch wenn ich die anderen sicher nicht immer verstehen könnte, oder wollte.
Natürlich befand sie das so. Warum hätte sie sich auf so etwas einlassen sollen? Was hättest du ihr anbieten können? Sie wollte doch nie etwas haben, was ihr nicht rechtmäßig zustand... Sie war viel zu ehrlich, zu geradlinig für so etwas meinte ich auf seine geäußerten Erinnerungen hin. Ja, meine Mutter war oft schon ein Fall für sich selbst. Sie  war nicht nur äußerst feminin und klug, wie man erwarten würde, sondern ebenso schlagfertig. Oftmals dachte sie, überlegen zu sein und das Rudel war ihr ein Heiligtum. Sehr unverständlich, warum sie dann ausgerechnet die Zuneigung zu meinem Vater empfand. Sie war in diesem Sinne wie ich- auch sie äußerte so etwas nicht öffentlich und oft hielt sie sich von Empathien fern. Zumindest äußerlich. Sehr wohl empfand sie Zuneigung zu Rudelmitgliedern, konnte jedoch die Wenigsten ihre Freunde nennen. Nun in diesem Hinblick war die Wahl meines Vaters wohl doch verständlich. Ich wusste über ihn nicht viel, keinen Namen, keinen verbleib. Ich wusste nur, dass er eines Tages aufgetaucht war und ebenso wieder verschwunden war und meine Mutter zurück gelassen hatte. Vielleicht war gerade dies der Wendepunkt gewesen, indem sie entschieden hatte, dass das Rudel immer vorging, und dass Fremde Feinde waren. Ich kann schlecht sagen, ob sie schon immer so dachte. Schließlich kannte ich sie erst seit ich lebte- logischerweise. Doch ich glaubte, dass es so war. Sonst hätte sie sich doch niemals auf einen Streuner eingelassen. Naiv war sie schließlich nie gewesen, dafür war sie sich ihrem Weg viel zu sicher. Sie war doch immer eine sehr kluge Fähe gewesen, die genau wusste, was zu tun war.
Manches Mal hatte ich mir sehr gewünscht, dass alles anders gelaufen wäre, dass ich wüsste, wen ich ‚Vater‘ nennen könnte.
Ob selbst gewählt oder geebnet. Ich stehe nun hier. Natürlich habe ich Angst vor dem Unbekannten - ich kenne niemanden, der ohne Bedenken ins Blaue gehen würde. Oder gehst du unberührt einen Weg, der genauso gut den Tod bedeuten würde? Sicherlich wählst auch du lieber Muster und Wege, die du bereits kennst, von denen du weißt, wohin sie führen? seufzend ließ ich den Blick schweifen, ehe er wieder an den grünen Iren des Rüden hängen blieben Nun, ich werde die Augen offen halten, nach dieser Abzweigung. Vielleicht ergibt eine glückliche Fügung, dass ich erkenne, was ich erreichen möchte!

Vielleicht wäre eine solche Fügung tatsächlich ein Lichtschein. Doch vielleicht sollte ich nicht alleine warten, auf ein Zeichen von oben, sondern musste aktiv nach diesem Weg suchen, den ich gehen wollte. Eines stand fest. Ich wollte noch immer alles für mein Rudel geben, auch wenn ich mich immer noch unverstanden und unwichtig und keineswegs wertgeschätzt fühlte. Doch schließlich waren sie noch immer jene, die mir einen Platz im Leben gaben, eine Ersatzfamilie, für jene, die ich bereits verloren hatte. Natürlich wäre es leichter nicht auf ein Rudel Rücksicht nehmen zu müssen, ohne Anklagen zu leben und eigne Regeln aufzustellen. Doch wäre es auch gleichzeitig schwieriger alleine zu überlegen, einsam zu sein und in den eigenen Gedanken zu versinken. Ich kümmerte mich doch lieber um etwas anderes, als meine Gedanken.
Nun, Stärke ist vielseitig.. ich mag vielleicht stark sein, oder auch nicht- wer kann das schon sagen. Doch die Stärke die ich im Kampf besitze, ist nicht die Selbe, die ich bräuchte um gerecht zu sein. Nun, und Gnade bringt nicht immer zum Ziel- Was haben wir gelernt aus vergangenen Tagen?- Was hat uns die Gnade an Lioba gebracht?- nichts. Zwei unserer Wölfe sind nun tot. Es dürstet mir nach dem Blut der Nord! erklärte ich langsam und hielt den Blick zu Sköll aufrecht. Was sollte ich schon sagen, wenn es doch so sehr auf der Hand lag. Die Mörder mussten bestraft werden! Und ich würde dies am liebsten persönlich tun, schließlich war ich mit schuld. ich habe versagt. Ich habe sie nicht beschützen können Es war wohl nicht alleine Wut auf die Nord, vielmehr der Schmerz, die Frustration, dass ich meine Aufgabe nicht ausreichend hatte ausführen können. Ich wollte, dass dies alles hätte verhindert werden können. Der Schmerz der Toten zehrte an mir wie scharfe Bisse und ich machte mir mehr als nur Vorwürfe..

Was ein Freund tun muss? Ich kann es nicht sagen… gab ich stockend zu. Was wollte ich von einem Freund erwarten? Genau genommen hatte ich mir darüber nie Gedanken gemacht. Ich hatte shclicht erwartet, dass sich soetwas ergeben würde. Doch auch als Kind hatte ich kaum Spielgefährten gehabt. Ich erinnerte mich an niemanden in meinem Alter, und dort beginnen doch Freundschaften- in der Welpenstube. Eigentlich erwarte ich bloß Verständnis, Akzeptanz, dass es jemandem nicht egal ist, dass ich gerade einfach fortgelaufen bin.. Es hat wohl niemand bemerkt, und wenn doch, bin ich wohl niemandem wichtig genug. Trauriger Gedanke nicht wahr? Vielleicht bin ich einfach selbst schuld daran? Ein ernüchternder Gedanke, der sich mit harten, kalten klauen um mein Herz schloss.
ich hätte so gerne etwas getan, etwas anders gemacht. Doch wie? Und nun waren es bloß verschwendete Gedanken. Es war vorüber und ich hatte zu akzeptieren, dass dies nunmehr Erinnerungen waren, die nicht zu verändern waren. Vielleicht hätte ich Tatsache im Schatten suchen sollen. Doch war der Schatten beständig? Zu Skölls Worten sagte ich nichts. Er hatte Recht. Es gab nichts zu verlieren, wenn man doch schon verloren hatte. Also warum nur im Licht wandeln- was sagte eigentlich, dass das Licht das Richtige wäre?

Zugegeben sollte ich weniger oberflächlich sein. Doch es war schwierig Muster abzulegen, die mir antrainiert worden waren. All der Schweiß und das Blut sollte doch für etwas gut sein? Zumindest hoffte ich, dass mein Weg nicht ganz der falsche war. Schließlich konnte es nicht schlecht sein, was all die Zeit als Gut gehandelt wurde. Es konnte doch nicht böse sein, seine Familie schützen zu wollen?
Seufzend blickte ich abermals umher, die Wiese, die Weite. Ich und Sköll.   Du siehst, die Sache mit dem Weg ist nicht ganz einfach. Es droht verloren zu gehen, was einst wichtig war. Es ist wie ich sagte, man weiß nie wohin der Pfad führen würde, weshalb man auch wohl nie dem Unbekannten glücklich entgegen blicken würde- außer das bekannte droht in seiner Schrecklichkeit zusammen zu brechen.. Dann ist das Unbekannte tatsächlich ein Hoffnungsschimmer. Ich hoffe, ich kann Ziele finden, die ich erreichen kann, und die ich nicht noch einmal enttäusche
Es konnte kaum anders sein, für mich erschien es logishc. Warum sollte man ins Unbekannte gehen, wenn das Bekannte vollkommen Gut war? Ich glaubte nicht, dass jemand so handeln würde. Zumindest könnte ich es kaum nachvollziehen.
es ist nicht so, das sich meine Stellung im Rudel erfahren wolle. Die kenne ich, zumindest die offensichtlichste… Es ist mehr ein Blick in die Zukunft, wenn du verstehst. Ich glaube du bist die Neutralste Person, die ich fragen könnte. Das habe ich zumindest im Gefühl. Was fällt dir ein, wenn du an mich denkst? Was glaubst du, könnte ich erreichen? Glaubst du, sie würden verstehen, oder wäre es besser, wenn ich ginge?

BtW Sköll
[denkt nach, antwortet, blick umher, antwortet][/b]

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 Sköll

Normalrangig | Wolf
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BeitragThema: Re: Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}   Do 25 Feb 2016, 21:20

Nobody seems to get you, you feel you're on your own,
But listen pretty lady you don't have to be alone.
So baby don't cut, baby don't cut.
You can do anything, just promise baby you won't cut.
I know your heart is hurting, you think the road has end,
You may just feel that blade you're holding is your only friend.

B-Mike – Baby, Don’t Cut

Ich merkte, wie sich die Wölfin vor mir immer unwohler fühlte. Jedenfalls, sah es so in meinen Augen aus. Sie mochte es wohl nicht, wenn man so tief in ihren Gefühlen wühlte. Aber hatte sie nicht damit begonnen? Gut... wir hatten Beide diesen Weg eingeschlagen und waren ihn immer weiter gegangen und nun war es zu spät um einfach umzudrehen. Es wäre nicht unmöglich, doch es würde hart sein und am Ende etwas Anderes hinterlassen. Etwas, was wir beide wohl nicht wollten. Eine unangenehme Stille. Selbst wenn es nur für einen Augenblick sein würde. Ich sehnte mich nicht gerade nach diesem Weg, dieses Thema zu beenden. Zu meinem Glück, schien Leithra ähnlich zu denken. Denn sie wandte sich nicht ab. Nein, sie stellte sich den Worten. Ich kam nicht davon ab, dass für einen Moment eine leichte Regung von Respekt auf meinem Gesicht erschien. Ich traf selten Wölfe, die sich ihrem eigenen Schicksal so entgegenstellten oder es einfach akzeptierten wie es war. Denn auch das zeigte von Stärke. Irgendwie, auf eine andere Art und Weise. Als das Gespräch wieder zu ihrer Mutter hinführte, zuckten meine Ohren leicht. Selbst mit einem Handel, kann man etwas rechtmäßig erreichen. Es kann eine kleine Bitte sein, bis zu einer großen Tat. Es ist dehnbar so wie es sein kann. Aber wahrscheinlich lag es eher darin, dass ich diesem Rudel noch fremd war. Jetzt war ich das schon lange nicht mehr. Ich hatte mich im SüdRudel niedergelassen und hatte die Wölfe darin studiert und sie für meine Zwecke ausgenutzt. Ich hatte sie für einige Zeit zurück gelassen und war am Ende zurückgekehrt.  Eine Weile versank ich dann auch in meiner eigenen Erinnerung und lauschte den Stimmen der Vergangenheit. Ich konnte die wütende Stimme der Wölfin vor mir hören. Den Zorn, die Verachtung und den Hass gegen das Unbekannte. Es war, als hätte sie jemanden verloren. Jemanden der ihr Fremd war bis zum Ende. Ich hatte ihre Entschlossenheit gespürt, aber auch etwas anderes. Etwas, das ich nicht hatte benennen können. Erst jetzt erkannte ich in meiner Erinnerung auch das schwarze Fellbündel, dass in ihrer Nähe stand. Leithra. Ich hatte sie noch nie wirklich wahrgenommen. Nicht so, wie ich es jetzt tat. Sie war unwichtig gewesen, für eine so lange Zeit und nun tauchte sie hier auf und forderte meine ganze Aufmerksamkeit. Die Erinnerung verblasste wieder zu einem verwirrenden Strudel. Ich hatte ihre Mutter nicht hier gekannt. Nicht in diesem Land. Die Reise der Rudelwölfe. Ich hatte sie schon einmal getroffen. Bevor ich hier her kam. Wie konnte ich das vergessen. Die Mutter dieser Fähe, hat dieses Land nie wirklich erblicken können. Ich hatte eine lange Zeit lang Erinnerung und Gegenwart vermischt. Die Grenzen waren nicht mehr ersichtlich gewesen. Doch nun waren sie wieder klar vor mir. Die Zeit, in der ich noch jünger gewesen war. Verschwiegener... und kaum von Mut erfasst. Khaz hatte mich auf sie hingewiesen und ich hatte mich an ihr versucht. Hatte versucht sie in mein Netz zu bringen. War aber gescheitert. Denn am Anfang, hatte ich mehr verloren als gewonnen. So war das nun einmal, der Weg zum Ziel, war niemals leicht.

Dieser Punkt geht wohl an dich. Nein, auch ich gehe nicht gerne ins Unbekannte. So, versuche ich es aber dennoch zu erforschen. Springe über meinen eigenen Schatten und wage mich vor. Das ist schon einmal eine gute Einstellung, dass du die Augen offen hällst. Denn manchmal ist die Antwort näher als man denkt. Denn die, von denen man es am wenigsten erwarten, sind dann jene die dir am längsten zur Seite stehen. Vielleicht konnte ich sie so in die Richtung lenken, die ich haben wollte. Ich wollte ihr Vertrauen.  Ihr Wissen. Vielleicht wollte ich sogar ihr Herz. Ich wollte, dass sie mir gehörte und ich sie für meine Zwecke einsetzten konnte. Denn sie war und ist noch immer eine hohe Wölfin des Rudels. Es wäre nur zum Vorteil, hätte ich sie auf meiner Seite. Sie würde nur eine von vielen sein, dass schwor ich mir im stillen. Nur eine von vielen.  Eine Weile schwieg ich dann wieder nur und stellte mein Fell auf, um diese verfluchte Hitze heraus zu bekommen. Kein Schatten schützte mich vor den gnadenlosen Strahlen der Sonne. Auf dieser Ebene, fand man selten eine tröstende Dunkelheit. Doch so wollte ich mich auch nicht bewegen. Aus Sorge, ich könnte diesen Moment zerstören, den ich gerade so sorgfältig aufgebaut hatte. Ich drängte den Gedanken an Wasser und Futter zurück. Das war nicht Wichtig. Stattdessen konzentrierte ich mich nur auf das schwarze Fell der Fähe und dann auf ihre Augen. Starrte hinein und versuchte ihr ein Gefühl von Vertrauen und Verstehen zu geben. Mein Ausdruck war dabei recht ruhig. Es grenzte an einer kühlen Starre, hatte aber noch etwas anders an sich. Etwas Fremdartiges. Wie oft hatte ich geübt die Ausdrücke zu perfektionieren? Sie abzustimmen an jeden Wolf mit dem ich Sprach. Viele Winter waren vergangen, biss ich sie alle perfekt beherrschte. Viele Winter und eine Zeit voller Gram und Zorn. Die Worte die sie mir nun entgegenwarf schienen voller Selbsthass.... oder war Hass überhaupt das richtige Wort dafür? Sie schien sich die Schuld für die Ereignisse vergangener Tage zu geben.  Die Schuld für ein Versagen. Das Versagen zu Beschützen. Wie bekannt mir das doch war. Wie schmerzhaft bekannt... Ich presste nun einen Moment lang wieder die Kiefer aneinander. So ungern ich es auch tat. Aber vielleicht würde dieser Teil meiner Vergangenheit helfen, sie näher zu mir heran zu ziehen. In diesen Kreis der Verdammnis. Nur ein kleines Stück. Es musste nicht die komplette Wahrheit sein. Nur ein kleiner Teil.  Mein Blick wurde nun klar und in meiner Stimme lag das vollständige Verständnis. Dieses Mal musste ich es nicht vorspielen. Kein bisschen davon. Ich kenne es. Dieses Gefühl versagt zu haben. Nicht diejenigen zu beschützten, die man doch am sehnlichsten beschützen will. Und auch kenne ich den Tod, den dieses Versagen mit sich bringt. Ich habe diesem Ereignis den Rücken zugedreht und habe neu angefangen. Mache nicht denselben Fehler, denn dass soll kein Grund sein alles zu verlassen was man kennt. Und so scheint es auch nicht nur deine alleinige Schuld zu sein. Denn es ist die Schuld aller, die zugelassen hatten, dass sie getötet wurden. Die Lüge in diesem Teil war wohl eher, dass ich ein Feigling gewesen war und dass es nicht meine Entscheidung war, das Rudel zu verlassen. Man hatte mich zu meinem eigenen Glück  gezwungen. Ich wurde verstoßen, weil ich einen Fehler gemacht hatte. Sie aber stand aber noch immer hier, wild entschlossen zu beschützen.

Nach diesen Worten schwieg ich einfach und blinzelte nur leicht, während ich sie noch immer ansah. Es war mir schwer gefallen, so tief zu gehen. Aber manchmal musste die Macht auch Opfer bringen. Und noch konnte ich selbst entscheiden wie viel ich verriet. Sollte sie zu viel erfahren, muss auch sie getötet werden. Ich kann nicht zulassen, dass sie wissen wer ich in Wirklichkeit bin. Sie durften einfach nicht. So war ich dankbar, dass wir zurück  kehrten zu dem Thema der Freundschaft. Es war erleichternd, die Gedanken dort hin lenken zu können und nicht auf das dünne Eis, dass sich gerade vor mir ausbereitete. Ich denke die Akzeptanz hast du doch schon längst erreicht. Denn die anderen sehen dich so wie du bist oder nicht? Sie haben dich nicht ausgestoßen, weil du versuchst zu handeln. Nein. Sie wissen, dass du so handelst. Sie akzeptieren es, auf eine Art und Weise. Auf ihre letzten Worte schwieg ich einen Moment lang. Das war eine schwierige Angelegenheit. Denn so wie es aussah, war wirklich niemand gekommen um zu sehen wohin sie gegangen war. So wusste ich aber auch nicht, was im Lager genau vor sich ging. Vielleicht sind sie deswegen nicht hier, weil sie deine Gedanken am Ende doch teilen. Vielleicht sind sie nur zu misstrauisch um die Fremde aus den Augen zu lassen und wissen sie lieber unter ihrer Beobachtung. Insgeheim stimmen sie dir bestimmt zu. Leichte Belustigung blitzte in meinen Augen auf, als ich mir das alles vorstellte. Und du bist nicht schuld daran. Was kann man dafür, dass man so ist wie man ist? Dir wurde es antrainiert und du hast selbst gesagt: Die Muster gehen nicht so schnell verloren. Das war nun wohl eine glatte Lüge. Mir selbst würde ich diese Worte niemals abkaufen. Es gab immer einen Weg um etwas zu ändern. War ich nicht der beste Beweis dafür? Deine Wandlung ist aber nicht perfekt. So schleicht sich doch Sköll noch immer durch deinen Geist. Der Händler mag präsenter sein, so ist er aber niemals alleine. Es klang verrückt, wenn man so darüber nachdachte, aber es war nur das, was der Wahrheit entsprach. Das zweite Gesicht bekam man niemals los. Außerdem, ist es dann genauso das Problem der anderen, wenn sie nicht erkennen welche Persönlichkeit sie vor sich haben. Du bist eine starke Wölfin Leithra. Stärker, als du selbst glaubst. Dass sie nicht schwach war, hatte ich sofort erkannt. Aber Willen zu beschützten, war so ausgeprägt, dass ich mich selbst fragte, ob sie wohl am Ende auch mich beschützten würde. Hatte das je jemand für mich getan? Sich für mich geopfert? Nein, am Ende warst immer du es, der sich selbst gerettet hat.

Erneut entstand eine kurze Pause zwischen uns. Es gab mir die Zeit ein wenig Luft zu holen. Ich drehte den Kopf zur Seite und kostete die trockene Luft. Kein Tropfen von Wasser war in ihr und auch kein Geruch nach anderen Wölfen. Wir waren noch immer alleine. Das war vielleicht auch besser so. So gab es uns mehr Freiraum, oder eigentlich gab es mir mehr Raum, mehr über sie zu erfahren. Ohne, dass sie sich vielleicht verschloss, weil ein weiteres Paar Ohren lauschte. Manchmal ist man aber mit dem Bekannten nicht glücklich, selbst wenn es noch so gut erscheint. Erfüllt es einen nicht mit der Zufriedenheit, die man sich wünscht. Dann ist das Unbekannte doch viel besser, denn dort kann man viel eher das finden, was man sucht. Und nicht immer muss es bedeuteten, dass dafür etwas anderes zusammenbrechen muss. Ich musste zugeben, ich hatte schon lange nicht mehr so viel gesprochen. Meist waren meine Handel eher knapp und das Spiel viel einfacher. Aber das hier, war anders. Es schien als hätten sich ein paar Regeln verändert. Als müsste ich andere Pfade nehmen, um mein Ziel zu erreichen. Und so musste ich meine Worte bedachter wählen und manchmal sogar ein wenig klarer. Das Mystische ging dabei aber dennoch nicht verloren. Und nun blieb noch immer ihre letzte Frage. Eine Antwort, die wieder viel verändern konnte. Entweder ins Gute oder ins Schlechte. Das ist eine gute Frage. Gib mir einen Moment Zeit, sie mir zu durchdenken. Denn so etwas verlangt Überlegungen. So will ich doch ehrlich sein. Welch ein Witz. So wollte ich ehrlich sein... das war das Letzte was ich machen würde. Eine kleine Pause entstand und ich dachte einen Moment lang weiter nach. Suchte nach den richtigen Worten. Der richtigen Formulierungen. Ich denke, dass du weiter kämpfen sollst. Um deinen Platz im Rudel. Wenn ich an dich denke, sehe ich eine Wölfin die fest Entschlossen ist, weiter für das Rudel da zu sein. Egal wie sehr sie sich dafür selbst zurück halten muss. Egal wie oft sie einen Fehler macht, sie würde immer wieder zurückkehren. Und ich sehe auch, dass sie jemanden finden wird, der sie besser versteht, als sie zu Anfang glaubt. Ein knappes Wolfslächeln erschien auf meinen Lefzen und ich blickte ihr wieder in die Augen.

BTW: Leithra
(widmet sich wieder ganz leithra, hört ihr zu und gibt ihr Antworten auf ihre Worte, denkt hin und wieder an seine Vergangenheit)
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 Leithra

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BeitragThema: Re: Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}   Mo 07 März 2016, 19:59

Kap. 7.08
Skölls Antwort war eine ganz andere, als erwartet. Genau genommen hatte ich an einen solchen Handel nicht gedacht. Eher war ich davon ausgegangen, dass ein handel etwas war, dass man im Dunkeln behandeln musste, wie ein Geheimnis, etwas Verbotenes. Ich hatte kaum dran gedacht, dass es einfache Worte und Taten beinhalten konnte. Eigentlich ein sehr banales Denken in der Sicht hin, dass ich ja gerade eben auch einen Handel mit ihm geschlossen hatte, indem ich ihm mein Gedanken mitgeteilt hatte. Nun, mir war zwar dies ebenso eine Hürde, da ich bekannterweise ungerne meine Gedanken teilte oder gar meine Gefühle, doch andere Wölfe hatten damit wohl kaum Probleme, weshalb ein solcher Handel sicherlich kaum ein Problem für sie bot, vielmehr eine Chance indem sie selbst etwas erhalten konnten.
Vielleicht auch das sagte ich daraufhin bloß und dachte einmal mehr an meine Mutter. Nun, sie war auch nicht wie ich gewesen. Sie konnte durchaus über Gefühle sprechen, freier, als ich es jemals könnte, doch dennoch achtsam. Ich hatte sie niemals leichtsinnig erlebt oder gar unbedachte. Sie war stets achtsam gewesen und wollte mich ebenso erziehen. Vielleicht hatte sie auch mehr als das geschafft, hatte mich in Bahnen geformt, die so viel strenger waren, als nur das. Meine Bahnen waren stetig eingleisig, nichts führte bisher weg von ihnen. Und zu diesen bahnen gehörte eben genauso, dass ich meinen Kopf für mich behielt und schützte, was in mir vor ging. Nicht umsonst hatte ich es perfektioniert meine Emotionen abzuschotten, dass mich niemand verletzen könnte. Zumindest nicht offensichtlich, nur innerlich. Weltflucht.

Könnte ich denn erwarten, dass mir die Fremden zur Seite stehen? Ich glaube kaum, dass sie dies täten, wo ich doch niemals den ersten Schritt wagen könnte erklärte ich mich langsam. Nicht dass ich nicht daran glauben wollte, doch es viel mir schwer, dass mir aus dem Schatten Hilfe ereilen würde, wo man mich doch schon in gleißender Sonne zu gerne übersah. Ich war nun nicht einmal eine dieser Fähen die sich auf ein jeden stürzten, so offensichtlich nach Liebe und Unterstützung lechzten und gerade aus diesem Verhalten heraus niemals dessen Wahrheit erlangen könnten. Ich war geduldig genug um zu warten, bis jemand mich erblickte und auf mich zuginge. Ich war geduldig genug um zu sehen, ob denn jemand käme. Vielleicht war dies nicht die beste Taktik, doch ich war darin wohl bereits zu festgefahren, als dass ich plötzlich jedermanns Freundschaft fordern könnte. Ich war nun einmal keine von diesen, und ich wollte doch nur auch die Freundschaften, die auf der Persönlichkeit beruhten. Was brächte mir eine Freundschaft, die auf Falschheit beruhte. Ich wollte nur jene an mich heran lassen, die mich auch so akzeptierten, wie ich war.
Und so war ich nun einmal, ich hatte keine Freunde und doch wollte ich die beschützen, die ich Familie nannte. Egal um welchen Preis, egal, ob ich ihnen genauso viel Wert war, wie sie mir.
Nun, ich kann dem hier kaum den Rücken kehren. Schließlich sind sie alle meine familie, das Rudel- Madrán, Malik, Shenali, ja auch Kalashnikov war es als er noch da war, und du bist es doch ebenso. Ich könnte niemandem den Rücken kehren. Ich würde mir doch selbst den Rücken kehren, würde sie und mich verraten.. Und vielleicht würde ich zu früh aufgeben- wer weiß das schon.. Schließlich finde ich doch noch das Glück, ein Glück, jemanden im Rudel…. Ich sprach nicht weiter. Letzteres war doch bloße Spinnerei, das Sehnen nach etwas vergebenen. Ich wusste ja eigentlich, dass ich nicht dafür geschaffen war, wovon so manche Fähe träumte, Liebe, Familie- eigene Familie. Ich war doch immer noch das Werkzeug auch wenn ich mich auch dabei ertappte in Gedanken, dem Hoffen nach etwas eigenem Glück im Leben. Nichts als Spinnereien. Ich war für den Dienst geschaffen, das Dienen derer, die mir den Platz gegeben hatten. Ich war zum Schutz da, für nichts weiteres. Ich war nicht gemacht für Liebe und Familie. Ich konnte weder emotionale Bindungen aufbauen, noch gut genug mit Welpen umgehen. Das hatte ich oft genug unter Beweis gestellt: Natürlich nicht. Es hatte ja auch nie zu meinen Aufgaben gehört. Nie hatte mir jemand gezeigt, wie es ging... Nie.
Ich war froh über den Themenwechsel. Ja Akzeptanz, das hatte ich vielleicht wirklich, doch mehr nicht. Ich glaube kaum, dass auch nur einer von all jenen von sich behaupten kann, dass sie mich kennen würden. Ich glaube das nicht ich kenne sie, sehe sie, aber sie sehen nicht weiter, als ich es zulasse. Es ist natürlich meine Schuld, doch wer andere ‚unter Kontrolle hält‘, weiß, bis wohin sie gehen können, der sollte eigentlich nicht unter ihnen leiden
Es war vollkommen wirr, das sich dennoch darunter litt, wenn man mich nicht unterstützte. Ich war genau genommen viel zu kompliziert, wollte, dass niemand mich kannte, gleichzeitig wollte ich aber verstanden werden.
Erst jetzt fiel mir auf, wie irrsinnig das doch eigentlich war. Kraftlos ließ ich den Kopf auf die Pfoten sinken. Ich hätte viel lieber aufstehen wollen, doch der Lauf, und nun die schwellende Hitze und meine Gefühlsregung zwangen mich in die Knie. Wie sehr wünschte ich mir in diesem Moment jemanden, der sagte, es würde alles gut werden. Jemanden, an den ich mich lehnen und stützen könnte. Unmöglichkeiten. Ich war doch lange nicht so stark, wie ich selbst glaubte. Zerbrach ich an meinem eigenen Dasein gerade in Stücke. Im Grunde bin ich doch wohl Schuld. Ich habe mich nie gewehrt, bin geworden wie ich sollte. Es ist aber keine Vollendung... Sonst würde ich keine Fehler begehen und ich würde nicht leiden unter Ablehnung.

Es genügte mir vorerst ihm zu lauschen, den Kopf auf den Pfoten liegen lassend und trockne Luft atmend. Sköll war der Erste mit dem ich mich seit Wochen richtig unterhalten hatte, tiefgründiger als bloß ein trockenes ‚Guten Morgen‘ oder Anweisungen, die ausgetauscht wurden. Er schien sich tatsächlich zu interessieren- aus welchen Gründen auch immer- doch es schien ihm nicht egal, was ich sagte, er ging darauf ein und überlegte sich scheinbare Wege mich aufzubauen..
Wieso traf ich ihn erst jetzt?
Jemanden finden? wiederholte ich und blinzelte zu ihm hoch Vielleicht sollte dieser eine eher mich finden… Er müsste stärker sein… philosophierte ich  und legte den Kopf leicht schief, rappelte mich wieder hoch und versuchte mich an seinem blick hochzuziehen, versuchte das Lächeln nicht ganz zu sehr an mich heran zu lassen.

BtW Sköll
[denkt nach, redet]

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 Sköll

Normalrangig | Wolf
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BeitragThema: Re: Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}   Di 22 März 2016, 15:29

For all of the light that I shut out
For all of the innocent things that I've doubt
For all of the bruises that I've caused and the tears
For all of the things that I've done all these years
Yeah, for all of the sparks that I've stomped out
For all of the perfect things that I doubt

(I’ll be good – Jaymes Young)


Während sie schwieg, beobachtete ich weiterhin ihre Gesichtszüge. Prägte mir ihre scharfen Konturen ein: Die wohlgeformte Schnauze, die klaren und manchmal misstrauischen Augen und die spitzen Ohren. Alles bildete sich klar vor meinen Augen ab. Es würde mir nicht mehr schwerfallen sie unter vielen zu erkennen. Bei ihren Worten zuckten meine Ohren leicht hin und her. Wir werden die Antwort wohl nie erfahren und was bleibt sind nur noch wir beide hier. Zwei Wölfe, die einen Handel abgeschlossen hatten und nun schon weit darüber hinaus sind. Ich wusste nicht, warum ich ihr klar machte, dass sie ihren Teil schon längst erfüllt hatte, vielleicht um zu zeigen, dass sie das, was sie nun sagte oder machte, freiwillig von ihr kam und nicht auf einen gezwungen Austausch basierte. Dieses Mal, war mir nicht klar, was ich dadurch auslösen würde. Vielleicht verschloss sie sich dadurch wieder, vielleicht nutzte sie auch die Chance und sprach weiter. Etwas lässt sie so kalt wirken. Fast Emotionslos...als wäre sie das schon immer gewesen. Aber ich habe das Gefühl, dass sie als sie klein war, nicht so gewesen war. Welpen suchen doch immer nach Glück und Freude. Sie sagen frei heraus was sie denken und wollen immer am besten alles sofort. Nein, auch diese kühle Fähe hier vor mir, war bestimmt nicht anders. Diese Gedanken sind nur von Zeit zu Zeit abgetrennt worden. Erneut versuchte ich die Handlungen und Gesten meines Gegenübers zu erforschen und zu analysieren. Aber wenn ich eine genaue Antwort haben wollte, musste ich tiefer in ihre Vergangenheit graben. Musste sie Stück für Stück herauslocken und dann langsam zu einem vollständigen Bild zusammenbauen. Es würde nicht leicht sein, das hatte ich nie behauptet. Einen Moment lang drehte ich meinen Kopf zur Seite und betrachtete mein etwas verdrecktes Fell. Ich hatte bis jetzt nur wenig Zeit besessen um es vollkommen zu reinigen. Irgendwie störte mich diese Tatsache in diesem Moment unendlich. Ich war zwar nicht eitel, was mein Aussehen anbelangte, so wollte ich dennoch nicht ungepflegt wirken. Wer würde schon einem Wolf einen Handel abnehmen, der Aussah, als könnte er sich selbst nicht einmal pflegen? Als mir ein Haufen von Schlamm an meinem Hinterbein auffiel, drehte sich mich dort hin und entfernte es mit ein paar gezielten Zungenstrichen. Der Geschmack nach Erde drang in mein Maul und ließ mich wieder an den Weg erinnern, den ich hinter mir hatte. Einen Moment lang glaubte ich auch, den Geruch von Feryu wahrzunehmen. Das ist nur der Trug deines Kopfes... eine Illusion erzeugt von Hunger und Durst. Etwas Anklagendes war in meine Gedankenstimme geschlichen. Als klagte ich mich selbst, des Truges und der Sehnsucht an. Ja, gewissermaßen sehnte ich mich nach der Gewissheit ob mein Wegbegleiter Tod oder Lebendig war. Ob aus Selbstnutz oder wirklicher Sorge konnte nicht einmal ich selbst sagen. Vielleicht war auch beides dabei. Unmöglich war es ja nicht. Aber was wollte ich selbst? Wahrscheinlich würde ich am Ende noch immer den Selbstnutz wählen.

Ein wenig legte ich nun den Kopf zur Seite und schnaubte leise aus. Wer hat je behauptet, dass es Fremde sein müssen? Und hin und wieder kann man Fremden mehr trauen, als den Wölfen an seiner engsten Seite. Aber wie gesagt ist das nicht immer der Fall. Aber wenn man es nicht versucht hat, wird man es niemals selbst erfahren. Ich hielt kurz inne und überlegte, wie ich es am besten weiter sagen konnte. Und warum würdest du niemals den ersten Schritt wagen? Was hält dich davon ab? Diese unsichtbaren Grenzen, die deine Mutter dir aufgesetzt hat? Ich war nun ein wenig direkter geworden, fast schon grober. Es wirkte so, als wollte ich ihr die Wege öffnen, die diese Welt zu bieten hatte. Hinter diesem glücklichen Gesicht des Rudels und dem goldenen Pfad, den sie zu beschreiten schien. Wollte sie aus dieser eingeengten Ansicht hinaus führen. Ich war mir klar, dass dies nicht von einem Tag auf den anderen ging, aber was war falsch daran, wenn ich ihr diese Möglichkeit aufzeigte? Ihre nächsten Worte, ließen meinen Ausdruck wieder ernst werden und einen Moment blitzte auch etwas Überraschung in meinen Augen auf. Besonders als sie Kalashinikov erwähnte. Ich habe diesen gerissenen Rüden schon lange nicht mehr gesehen. Es ist schade, dass unser Handel nicht wirklich zustande gekommen ist. Wir hätten vieles erreichen können. Aber gut, ich finde auch andere Wege, ich hänge nicht an diesen Plan. Ich ließ das Gespräch mit dem anderen durch meinen Kopf schwirren, bevor ich dann auch wahrnahm, dass sie mich dazu gezählt hatte. Ich gehörte zur Familie? Wenn du nur wüsstest... aber gut, dass du es so siehst, das werde ich mir zu Nutze ziehen. Kurz sog ich die Luft ein und bereute es wieder, als die Hitze, meine Kehle austrocknete. Sie juckte und das Sprechen kratze kurz störend in meinem Hals. In diesem Rudel hat mich noch nie jemand als Familie angesehen. Ich machte kurz eine Pause, um meiner Lüge mehr Spielraum zu geben, um sie besser wirken zu lassen und sie so als bessere Wahrheit zu verkaufen. Wobei es doch zum Teil wirklich wahr war. Denn hier, hatte ich keine Familie. Ich hatte auch nie nach einer gesucht. Meine Ziele waren meine eigenen und hatten keinen Platz für so etwas Belangloses wie Liebe oder eben einer Familie. Natürlich hatte ich die Liebe kennen gelernt, sie aber auch zweimal verloren und so war ich nicht gewillt, das alles erneut zu erleben. Es ist schön zu wissen, dass man doch jemanden im Rücken hat, der für einen kämpfen würde. Selbst wenn es nur aus einem gewissen Ehrgefühl ist. Diese Worte fielen mir leichter, als ich gedacht hatte. Du tust es nur, um an dein Ziel zu kommen. Und ich bin mir sicher, dass du noch jemanden finden wirst. Wenn es soweit ist, erkennst du es bestimmt. So etwas übersieht man nicht, selbst wenn man nicht daran glaubt. Ich hielt einen Moment inne und hob den Kopf, als ein Knacken ertönte, doch als ich mich umsah, war es nur ein kleiner Vogel, der in die Luft flog. Er wirkte träge und seine Flügelschläge waren nur schwer. Auch die anderen Tiere leiden an dieser unbarmherzigen Hitze. So gern ich auch die Umgebung ausblenden würde, so sehr konnte ich meinen Durst nicht vergessen. Immer wieder wurde ich daran erinnert. Nach jedem Wort und nach jedem Umsehen und nach jedem trockenen Windstoß. Es war eben einfach nicht möglich, dass man es vergaß oder verdrängte. Es war wie ein unangenehmer Stich, der mit jedem Schritt zurückkehrte.

Als sie erneut zur Worte kam, blickte ich ihr in die Augen und dachte über ihre Worte nach. Aber vielleicht leidest du deswegen, weil du ihnen nicht zeigst, wie sie dich verstehen können. Sie können nicht anders denken, wenn sie nichts anderes wissen. Wie sollen sie dann anders handeln können? Wölfe sind manchmal so einfach gestrickt. Sie nehmen das, was man ihnen zeigt und hinterfragen es nicht. Es war schwer zu sagen, aber es konnte noch viele andere Gründe geben, warum sie darunter litt. Einem Wunsch nach Nähe, den sie aber verdrängte, da sie glaubte, es wäre falsch...einfach der Gedanke, dass sie versagen könnte. Am Ende war es etwas ganz anders. Ich würde schon noch herausfinden, wie sie tickte und was sie erreichen wollte. Ich hatte ja Zeit und diese Zeit, würde ich ausgiebig nutzen. Ich beobachtete, wie sie langsam zu Boden ging und auf ihren Pfoten lag. Merkte, wie kraftlos sie war. Sie war wohl wirklich weit gelaufen, um hier her zu kommen. Nun, das Lager ist auch ein Stück von hier entfernt und bei dieser Hitze... da kann man leicht an Kraft verlieren. , dachte ich mir und sah in den Himmel. Bis auf den Nebel, konnte ich keine Wolke erkennen. Nichts, was uns Schatten spenden konnte. Ihre nächsten Worte klangen traurig, irgendwie fast schon klagend. Als würde sie sich alles selbst vorwerfen. Wirf dir nicht etwas vor, das man nicht mehr ändern kann. Schau nicht zurück, sondern geh nach vorne in die Zukunft. Und wie kann man sich vor dem währen, was einem die Familie vorbestimmt? Ist es nicht immer die Ehre, der Wunsch vor den Augen der anderen zu glänzen? Versucht nicht ein jeder den „großen“ Wölfen zu gefallen? Ich hatte ihr dabei wieder ins Gesicht geblickt In ihre Augen.

Eine Weile blieb ich wieder ruhig und starrte auf die Wöflin die vor mir lag. Nach einer Weile, ließ ich mich einfach von dem Gespräch treiben und sah sie an. Kurz leckte ich mir über die Nase um sie wieder anzufeuchten. Ja, auch wenn man nicht sucht, kann man etwas finden. Erneut blitzten meine Augen amüsiert auf. Wie viel Stärker sollte er den noch sein? Ob es überhaupt jemanden gibt, der eine so starke Fähe überragt?

BTW: Leithra
(denkt nach, antwortet ihr immer wieder, bemerkt immer wieder die Hitze, von der sie umgeben sind)
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 Leithra

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BeitragThema: Re: Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}   Do 24 März 2016, 13:54

Kap. 7.09
Im Grunde war mir dieses Denken völlig fremd. Bei genauerem Betrachten des bisherigen Gesprächs wurde mir deutlicher, dass für Sköll wohl nicht nur dieses Gespräch, sondern auch sonst alles aus Handeln bestand. Es war seltsam, da ich nie mit soetwas in Kontakt gekommen bin und noch missverständlicher, weil bei ihm scheinbar jedes Wort zunächst durch einen Handel heraufbeschworen zu sein schien. Für mich war dies alles im Grunde kein Handel, schon eine ganze Weile nicht, schließlich hatte ich das Soll erfüllt, aber sprach noch immer mit ihm. Für mich war dies eher ähnlich einem Gespräch zwischen zwei guten Freunden in tröstlicher Distanz. Schließlich konnte ich nicht beurteilen, ob Freunde so sprechen würden – Ironisch nicht wahr? Diese Handel, die Sköll schloss, konnten doch eigentlich nur hinderlich sein. So stand doch immer ein gewisses ‚müssen‘ hinter allem was er oder ein Gesprächs- bzw Handelspartner tat oder sagte. Er könnte doch durch das erfahren, was ihn interessierte, indem er einfach freundlich Frage. Nicht jeder war schließlich wie ich und verschloss sich. Es gab genügend Wölfe, die einem ihre Lebensgeschichte quasi aufdrängten, da wäre ein Handel doch bloß hinderlich.
Sköll sprach aus, was ich gerade gedacht hatte, ja wir waren darüber hinaus. Im Grunde ist dashier für mich kein Handel, ich erzähle dir all diese Abgründe, weil ich es nötig ist für mich, nicht weil ich muss. Man könnte es als freie Entscheidung interpretieren.  – Gab es je ein gespräch, dass du ohne Handel geführt hast? es sollte nicht berechnend klingen, war es doch eine reine Interessensfrage, doch schwang darin ebenso etwas mit, dass ich selbst schwerlich interpretieren konnte. Vielleicht etwas Abschätziges? Wollte ich ihn abchecken?
Vielleicht wollte ich ihm auch einfach vertrauen, wenn mein Gedankengang nämlich richtig war, so war er kaum interessiert am Schicksal anderer und hatte vielleicht auch nur einen anderen Handel, dessen Informationen er aus mir ziehen wollte. Schließlich kannte ich das Rudel gut. Vielleicht so gut, das sich perfekte Informationen liefern konnte- an wen auch immer. Schließlich war Sköll lange weg gewesen und wer konnte shcon wissen, was er erlebt hatte. War er eigentlich Rudeltreu?
Er war mir nie besonders gut oder schlecht aufgefallen, das hätte ich mir gemerkt. Doch im grunde musste ich mir eingestehen, dass ich ihn, ausgerechnet ihn, nie auf dem Schirm gehabt hatte.
Doch vielleicht sollte ich nicht in jedem eine Bedrohung sehen, auch wenn ich das zu gerne tat.
Wieder schlossen Skölls Worte an meinen Gedanken passend an und ich hielt kurz die Luft an, fürchtete um meine Gedanken. Vertrauen ist so eine Sache- Vertraust du denn? wollte ich wissen, ehe ich wieder leise ein und aus atmete und meinen Blick kurz an seinem festhielt. Da sprach er vorsichtig tastend weiter und ich stutzte. Ja, warum machte ich den ersten Schritt nicht. Aus Angst? Aus Zwang? Vielleicht ein bisschen von beidem. Es war mir klar, dass ich empfindlich auf Fehler und Enttäuschungen reagierte, und so wie mich das Versagen um mein Rudel mitnahm, so würde mich auch jede Empathische Bindung verletzen, sobald man mich enttäuschte. Vielleicht war ich deshalb so unnahbar, gab mich unverletzlich und stark, auch wenn ich im Hinblick auf die vergangene Zeit, wohl hochsensibel war.   ich wünschte ich könnte, doch aus welchen Gründen auch immer, kann ich es nicht. und damit gab er sich hoffentlich als Antwort zufrieden. Mehr wollte ich dazu nicht sagen. Dies war noch immer nur Sköll- kein Freund, kein Seelenverwandter, keine Familie.
Es war seltsam, wie er mich aus der Fassung brachte. Schließlich hatte das bisher sonst niemand geschafft. Nun, vielleicht lag es nicht einmal an ihm, sondern nur an meiner Verfassung und ich hätte mich jedem ausgeschüttet, wenn dieser es nur richtig angepackt hätte. Vielleicht.

Nun veränderte sich etwas in seinem Blick. Die Worte waren kratzig gesprochen, wobei ich nicht glaubte, dass dies bloß an der Hitze lag, sondern mit Sicherheit taten meine Worte genug dazu.
Wenn du zum Rudel stehst, so bist du auch ein Teil meiner Familie- so wie jeder andere, der das tut auch! meinte ich sacht, eine Spur zu besänftigt für meinen Geschmack, doch ich konnte nun schlecht etwas lügen, wo ich es doch so empfand. Nachdenklich rieb ich die Nase an meine Pfote und blinzelte langsam. Nun ich war eben bereit zu kämpfen, und es war nicht bloß ein Ehrgefühl. Es war das Gefühl des Zusammenhaltes und all die Jahre hatte ich nichts Geringeres vermittelt bekommen, als dass die Familie das Rudel war.
Und ich, da ich selbst keine Familie mehr hatte, war umso gewisser, dass das Rudel die Familie war. Das hat nichts mit Ehrgefühl zutun, das hat gewissermaßen etwas mit anderen Gefühlen zutun.. murmelte ich. Ich mochte sie eigentlich alle irgendwo, manche mehr, manche weniger, doch schützen würde ich sie wohl alle. Denn die Familie ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Mir war es nämlich nicht egal, was aus uns werden würde.

es ist doch meine freie Entscheidung, es ihnen verwehr zu lassen. Ich bin nur das Werkzeug, nichts weiter. Und ein Werkzeug wie ich, sollte sich normalerweise darüber keine Gedanken machen.. gab ich leise und zögernd zurück. Natürlich wünschte ich mir irgendwo Verständnis, doch war es nicht so leicht für mich, wo ich doch in eine andere Richtung gedreht wurde, ich würde mich weigern den Tod meiner Mutter als Segen beschreiben zu wollen. Es tat doch weh. Und wenn ich andere an mich heran ließe, so täte es noch viel mehr weh! Ich war zu verletzlich geworden.
Es ist so banal es aus dem Mund eines Anderen zu hören und ich konnte nicht mitunter bemerken, dass mich das verletzte, dass er es so erkannt hatte. Er bemängelte es ja noch nicht einmal, aber das machte es noch schlimmer…
Dieses Gespräch machte mich noch immer nachdenklicher und seine letzten Worte, versetzten mir einen riesigen Schlag. Mein Magen krampfte sich zusammen und die harte Wahrheit ließ mich mit einem Mal nicht mehr sentimental oder traurig sein, sondern ich wurde wieder kühl. Hinter meinem gerade noch so trüben Blick schloss sich die Tür und all meine Emotionen sperrte ich mit aller Kraft da hin zurück, wo sie nie hätten ausbrechen können. Steif stemmte ich mich auf die beine und sagte kalt Da hast du wohl recht. Es gibt niemanden!

BtW Sköll
[antwortet, denkt nach, bei seinen letzte Worten, ändert sich etwas in ihr]

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 Sköll

Normalrangig | Wolf
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BeitragThema: Re: Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}   Fr 25 März 2016, 12:01

For a moment I thought you were there
But again, it wasn't true
And all this time I have been lying
Oh, lying in secret to myself
I've been putting sorrow on the farthest place on my shelf

Aurora – Runaway

Eine Weile sah ich mich dann wieder einfach nur um und prägte mir die verschiedenen Details der Ebene ein. Die kargen Steine, die hier und da in einem Haufen zusammenlagen und dann ein vertrocknetes Büschel Gras hier und dann wieder mal da. Es war ein trauriges Stück Erde, dass musste ich selbst zugeben. Ein Stück, wo kaum Leben zu finden war und doch hatten wir uns ausgerechnet diesen Ort ausgesucht, um zu sprechen. Haben wir uns diesen Ort wirklich ausgesucht, oder war es einfach nur Zufall?  Ich vermutete, dass es viel eher das zweite war.  Waren wir doch beide bis hier her gerannt. Waren beide vor etwa geflüchtet. Ich selbst vor der Vergangenheit... und wovor war Leithra geflüchtet? Vor der Angst einen Fehler zu machen? Wer weiß, was in ihr vorgeht. Ihre Worte lenkten meinen Kopf wieder zu ihr und überlegte kurz wie ich darauf antworten konnte. Es war eine schwierige Frage und ich musste sie mir auch einen Moment selbst stellen. Wann hatte ich das letzte Mal einfach so mit jemanden gesprochen? Nun, eigentlich war es mit Kalashnikov. Der Handel kam erst danach zustande Aber gut, es war kein Gespräch wo es nicht vorkam. Hin und wieder hatte ich wirklich auch nur ganz normale Gespräche geführt, aber meistens mit einem Hintergedanken. So war ich nun einmal. Als Händler, war ich dazu geschaffen so zu leben. Ich war so kreiert worden.  Aber teilst auf meine eigene Entscheidung. Das war wohl mein Unterschied zu dem Schicksal, welches der schwarzen Fähe vor mir zuteil geworden war. Manchmal ist es schwer, die wahren Gefühle aus Wölfen dieser Zeit heraus zu bekommen, sie brauchen etwas Festes, an dem sie sich klammern können, bevor sie sich öffnen und dazu sind die Handel auch da. Sie geben die Sicherheit, dass ihre Gefühle dem Richtigen zu teil wurden.  Denn das Wort steht für das Wort. Eine Tat, für die Andere.  Dann fiel mir aber ein, dass ich oft mit Feryu gesprochen hatte, ohne dass ich am Ende etwas abgeschlossen hatte. Besonders auf unserer Reise war hier und da etwas zustande gekommen und auch mit Khaz hatte ich eigentlich nie verhandelt. Da hatte ich also meine Antwort. Natürlich habe ich auch mit Wölfen gesprochen, ohne solch einen Handel. Es kommt auf die Situation drauf an, manche brauchen einen Anstoß, andere sehen darin die Chance ihre Neugierde zu stillen. Was ist so falsch daran, etwas zu fordern und zugleich aber dafür etwas zu geben? Erscheint es dir den nicht fair? Ich leckte mir erneut kurz über die Schnauze und versuchte die Tonlage in ihrer Stimme einzuordnen. Denn in ihrer Frage war etwas harsches gelegen, oder vielleicht auch etwas fast schon misstrauisches.  Meine Vermutung wurde nur noch bekräftigt, als sie weiter nach dem Vertrauen fragte. Ja, das Vertrauen war so eine Sache, aber vertraute ich nicht oft auf das Wort der anderen? Musste ich denn nicht vertrauen, denn wer sagte mir, dass der Andere seinen Teil des Handels einhielt? Wer konnte mir sagen, ob das was ich machte richtig oder falsch war? In gewissermaßen, gehörte das alles zum Vertrauen. Es machte keinen Unterschied ob man sich dadurch nur selbst vertraute oder auch anderen Wölfen. Hm.. doch ja, ich vertraue anderen. Vertraue auf ihre Worte und ihre Taten. Manchmal mag es schwieriger erscheinen, doch bei jenen, bei denen ich mir nicht so sicher bin, vertraue ich nur wenige Sachen an. Aber jeder von ihnen hat einen Teil meines Vertrauens verdient. So vertraue ich auch dir. Wahrscheinlich war an diesen Worten nur die hälfte wahr. Ich mochte hin und wieder den Wölfen vertrauen, so beruhte meine Sicherheit allerdings mehr auf das Vertrauen an meine eigenen Schauspielkünste.  Ich bemerkte ihren Blick und erwiderte ihn starr, aber dennoch mit einer kühlen Höflichkeit.  Ich wollte, dass sie meinen Worten glaubte. Jedem einzelnen davon. Ihre nächste Antwort kam wieder eher schroff und signalisierte mir, dass sie dieses Thema für beendet hielt. Ich wollte mich darauf einlassen und schwieg deswegen dazu. Verkniff mir weitere Worte, denn damit hätte ich nur das Gegenteil von dem erreicht, was ich erreichen wollte. Es hätte mich auch nur einen Schritt zurück gedrängt. Nachdenklich legte ich dann den Kopf leicht zur Seite und musterte einen Moment lang erneut ihre trainierte Gestalt.

Ein knappes Lächeln erschien auf meinen Lefzen als sie deutlich aussprach, dass alle Wölfe ihre Familie waren, solange sie zum Rudel standen. Sie würde mich bestimmt nicht so sehen, wenn sie wüsste, dass meine Taten weit über die Grenzen hinausgingen. Dass ich nicht zwischen Einzelläufer, SüdRudel oder NordRudel Wolf unterschied. Wahrscheinlich würde sie mich in den Tod wünschen...vielleicht sogar selbst töten. Dieser Gedanke war irgendwie berauschend. Das Wissen, dass man so nahe einer Gefahr war. Dass jeder Fehler zum Tod führen konnte. Das war der Nervenkitzel dieses Spieles. Und ich war noch immer derjenige, der die Regeln aufstellte. Aber manchmal, hielt sich der Gegner nicht daran und ich kam dem Fall gefährlich nahe. Es war hin und wieder wirklich wie ein Glückspiel, aber darin war ich gut. Ich hatte noch nie verloren. Aber das würde nicht bedeuten, dass ich es nicht konnte. Es würde irgendwann die Zeit kommen, da würde selbst ich auf die Schnauze fallen. Doch bis dahin, würde ich weiter kämpfen und nicht aufhören, mein Netz zu spinnen. Ich sah sie ruhig an und nickte dann leicht auf ihre Worte. Sie hatten ruhig geklungen, als wollte sie mich dadurch beruhigen, dass ich eine Familie haben konnte. Das ich zu der ihren gehörte. Wenn es auch eine andere Definition von Familie war, denn uns verband nicht das Blut, noch die Freundschaft. Ihre nächsten Worte ließen mich allerdings wieder aufhorchen. Es kam nicht von ihrem Ehrgefühl? Als sie dann auch noch begann andere Gefühle zu erwähnen, war meine Neugierde sehr stark geworden. Zu gerne, hätte ich den Satz zu Ende gehört. Was, war hinter dieser Sicht, die sie aufgebaut hatte. Verzeih, meine offene Frage... manchmal kann selbst ich meine Neugierde nicht zügeln. Doch welche Gefühle? Ich habe noch nie davon gehört, dass man alles auch ohne Ehrgefühl macht. Das ist mir neu. Ich spielte den Unwissenden für dieses Mal. Vielleicht würde sie darauf eingehen, oder am Ende nur noch verbissener Schweigen. Es war an mir, das auszutesten um zu sehen, was ich dadurch erreichen konnte.

Kurz hielt ich wieder inne und lies mir ihre Worte durch den Kopf gehen. Natürlich ist es deine Entscheidung, was du anderen zeigst und was nicht. Als sie darauf einging, dass sie nur ein Werkzeug war, entkam ein kurzes Knurren meiner Kehle. Kein Wolf, ist das Werkzeug von jemanden. Auch du nicht. Und auch du hast deinen freien Willen, dein eigenes Leben so zu gestalten wie du willst. Stufe dich nicht auf etwas herab, dass es hier nicht mehr gibt. Ich hatte selbst erlebt, wie es sich anfühlt, wenn man für jemand anderes nur ein Spielzeug war. Nur der Mittel zum Zweck. Und es machte mich fast schon wütend, dass sich jemand selbst als so etwas bezeichnete.  Egal wie sehr ich meine kühle und ausdrucklose Maske perfektioniert hatte, das hier brachte sie gefährlich nahe an den Zerfall. Unangenehme Erinnerungen hatten sich wieder in meinen Kopf geschlichen. Die Worte der Ältesten, die mich verhöhnt und verjagt hatten. Das sind nicht einmal deine Welpen! Sie hat dich nie geliebt.. nur mit dir gespielt. Gut, vielleicht war ich nicht besser als sie... nicht mehr. Denn auch ich hatte schon so viele Gefühle ausgenutzt, aber dennoch... niemand sollte sich von selbst so nennen. Langsam beruhigte ich mich wieder und schallte mich selbst, für diesen kleinen Ausrutscher. Du wirst unvorsichtig Sköll! Die Reise hat dir wohl nicht gut getan. Mein Herz schlug wild gegen meine Brust, als wäre ich erneut einen Marathon gelaufen. Erinnerungen und Gegenwart hatten sich für einen Moment zu einem wütenden Knäuel verbunden und hatten meinen Körper das Gefühl gegeben eine weite Strecke hinter sich gebracht zu haben. Und dennoch... dennoch saß ich noch immer hier und hatte mich nicht bewegt.  Und zu meinem Pech, schien ich bei meinen letzten Worten auch noch den falschen Weg eingeschlagen zu haben, denn ich verlor die Offenheit, die mir Leithra gegeben hatte. Ihre Augen schienen mit Eis gefüllt zu sein und ihr Körper nahm eine abweisende Haltung ein. Verdammt! Das war der falsche Weg., knurrte ich mich tief im inneren an. Verzeih, so war das nicht gemeint. Versuchte ich es dann ruhiger anzugehen. Es gibt immer jemanden, der Stärker ist, aber du musst dich die Frage stellen... welche Stärke willst du haben? Die des Körpers oder die des Geistes? Denn selten findest du das Eine zusammen mit dem anderen. Nun gut, es gab Ausnahmen, aber niemand war perfekt, das hatten wir doch schon besprochen. Jeder hatte eine starke Schwäche und da blieb die Frage, welche Schwäche würde diese Fähe eher akzeptieren?

BtW: Leithra
(gibt ihr wieder seine Antworten, denkt nach, erinnert sich... überlegt wie er weiter vorgehen kann oder soll, ärgert sich darüber, dass er die falschen Worte gewählt hatte)[/b]
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 Leithra

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BeitragThema: Re: Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}   Sa 26 März 2016, 16:53

Kap 7.19
Dieser Umschwung der Gefühle, mit dem mir plötzlich so kalt wurde, trotz des eigentlich warmen, trockenen Tages, war wohl einerseits das Beste was mir passieren könnte, andererseits vielleicht auch das Schlechteste. Das Gute daran war, dass ich nun wieder völlig stark war und nichts mich wohl wieder aus dieser Fassung bringen würde, zumindest nicht zu schnell und vor allem auch nicht ungewollt, sowie es zuvor geschehen war. Es war ein antrainiertes Verhalten, das ich stützte, wie meine Knochen selbst, erst dadurch, dass ich gelernt hatte, mich so vollkommen im Griff zu haben, war ich stark  genug um mich dem Leben überhaupt zu stellen. So sah ich für andere nicht nur vollkommen Autoritär und unbezwingbar aus, sondern ich glaubte es mir selbst. Es war ja viel einfacher alle Gefühle in den eisernen Käfig weit, weit hinten in meinem Leib wegzusperren, als sich ihnen zu stellen und.
Gleichzeitig war ich nun wieder unzugänglich, für andere und genau genommen auch für mich selbst. Ich war stumpf und verschlossen, wenn ich es erst einmal geschafft hatte, alles, was mich lebendig machte, von mir zu schieben. Es war in solchen Momenten eigentlich vollkommen sinnfrei ein tiefsinnigeres Gespräch mit mir führen zu wollen. Aber das konnte natürlich niemand wissen. Sköll auch nicht. Wie gerne ich zwar mit ihm gesprochen hätte, so hatten seine letzten Worte genau das Gegenteil bewirkt. Es wäre besser, wenn ich mich nicht weiter offenbaren würde, für ihn und für mich. Abgesehen davon hatte ich dadurch begriffen, dass es falsch war so zu denken, wie in diesen Momenten. Es war nicht für mich bestimmt, und Sköll hatte auf seine Weise ganz Recht, auch wenn er sicher nur spaßen wollte. Es gab schlecht niemanden für mich, der ein Freund sein könnte, jemand, der mich verstand, jemanden, der mich auffangen würde, wenn ich taumelte.
Er hatte Recht, ich war so stark, äußerlich vielleicht, und ich schreckte ab. Es war vielleicht nicht einmal, dass es unbedingt einen stärkeren Wolf geben müsste, stark war ich, waren es eher falsche Worte. Doch Im Grunde hatte diese Erkenntnis meine vorgebaute Welt wieder zurecht gerückt und mich in ihre Mitte gerissen.
Ich brauchte keinen körperlich starken Freund –oder was auch immer-, ich brauchte jemanden, der mich verstand, der mein inneres Chaos in richtige Bahnen lenkte, der mich zu einem anderen Weg führte, der begriff, wie er mit mir umgehen musste, der mich zur Not vielleicht sogar befehligte zu meinem eigenen Schutz. Ich wusste nicht was ich wollte, oder brauchte, doch da wir nun an diesem Punkt angelangt waren, war sicher, dass ich nicht einmal darüber nachdenken müsste, da mich sowieso niemand finden würde in diesem dunklen Tal. Und glücklicherweise war Sköll wohl der Einzige, der nun ein Bisschen zu viel von mir wusste.

Nach einer langen Schweigepause, die ich noch gebraucht hatte, um mich zu sortieren, war das Gespräch beinahe gänzlich an mir vorbei gezogen und ich schnappte nur trocken die letzten Sätze auf.
Ob Sköll nun Handelte oder nicht, ob er vertraute oder nicht, war mir mit einem Mal vollkommen egal- aus persönlicher Sicht- es war vielleicht bloß noch wichtig, falls ich ihn im Auge behalten würde. Seine Worte waren irgendwo in meinem Kopf abgespeichert und diesmal kam ich nicht umher mich zu fragen, ob er mich eigentlich schon die ganze Zeit belog und welches Spielchen er wohl trieb.
Mit einem Mal konnte ich mir nicht mehr vorstellen, dass er auch nur irgendetwas ehrlich gemeint hatte, von dem was er gesagt hatte. Abgesehen davon, dass ich mir nicht einmal mehr glaubte- oder glauben wollte- was ich gesagt hatte. Ich war doch schwächer als gedacht, spann mir Dinge zusammen, die ich niemals hätte denken dürfen.
Statt also auf die ersten Worte noch einzugehen, übersprang ich dies und sagte nur zum Thema Gefühle eine knappe Antwort, da mir dies nicht mehr ehrlich erschien. Ich schlüpfte wieder in meine Fassade und blickte Sköll unverwandt an Das ist wohl eine Sache der Erziehung. Auch wenn es nicht auf Ehre beruht ist es doch eine Verpflichtung
Woher diese Verpflichtung bestand, sei dahingestellt. Mehr konnte ich im jetzigen Zustand auch nicht mehr dazu sagen, es ginge zu tief und das wollte ich auf keinen Fall noch einmal zulassen. Er hatte ohnehin schon einen zu tiefen Einblick in mich erhalten. Viel mehr als mir im Nachhinein betrachtet eigentlich lieb wäre.
Du hast doch wohl keine Ahnung davon. Es ist meine Bestimmung nur das zu sein. Es gibt eben die Obrigkeiten und es gibt die Werkzeuge, und wer ohne blaues Blut oder sonderliche Begabung geboren wird muss sich in der Rolle des Werkzeuges eben einfügen. Es gibt keine Wahl im Leben. Wer nicht dazu bestimmt ist groß zu sein, wird es auch nicht werden. Ich bin dazu geboren zu beschützen und das zu tun, was mir gesagt wird. Alle anderen die Ohne hohen Rang sind, sollten genau dasselbe tun. meine Worte waren deutlich harscher als zuvor, doch die Pflicht band mich das zu beschwören, was ich zuvor so sehr hatte loswerden wollen. Es gibt eben doch keine Flucht daraus. Elendes Wunschdenken. Jemand wie ich sollte sich niemals solchen Träumereien hingeben. Mein Platz war doch bereits gestellt!

Gemeint oder nicht gemeint. Es hat doch seinen Zweck getan. Ich muss dir wohl danken, dass du mir die Augen geöffnet hast. Diese Träumereien sind nichts für jemanden wie mich. meinte ich kühl und blickte ihn aus leeren Augen an. Welche Stärke, das müsste er sich eigentlich denken können, wenn er eins und eins zusammen zählte. Ich hatte ihm doch schon zu viel offenbart und das bereute ich nun.

BtW Sköll
[denkt nach, antwortet zäh]

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 Sköll

Normalrangig | Wolf
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BeitragThema: Re: Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}   So 10 Apr 2016, 00:26


And all the kids cried out,
"Please stop, you're scaring me."
I can't help this awful energy
Goddamn right, you should be scared of me
Who is in control?

Hasley - Control

Das Gefühl des Kontrollverlustes glitt durch mich hindurch und jagte mir wütende Stiche durch den Körper. Ich hatte versagt. Ich hatte sie wieder dazu gebracht, dass sie sich verschloss und all das, Netzt war in einem Moment zerrissen. Als wäre es nie dagewesen. Aber ich darf nicht vergessen, dass es da ist. Es mag derzeit nicht gespannt sein, so kann sie das doch nicht unberührt lassen. Während mein inneres von einem zornigen Sturm umfasst war, blieb mein Gesicht zu einer neutralen Maske erstarrt. Ich zwang mich nicht die Enttäuschung zu zeigen. Ich musste eben einfach Geduld walten lassen. Musste sie einfach nach und nach öffnen. Du hast den ersten Schritt gemacht. Du solltest nicht vergessen, dass manche Ziele eben etwas länger brauchen. Und das Ziel vor dir, ist schwieriger als alles was du bis jetzt hattest.  Und doch war diese Wölfin vor mir... eben auch nur eine Wölfin. Selbst sie, würde irgendwann nachgeben und jetzt wusste ich auch, was ihr Wunsch war. Oder jedenfalls einen Teil davon. Es könnten Lügen gewesen sein, aber mir kam es nicht so vor, als hätte sie die Kraft dazu besessen, noch welche aufzufahren. Nicht nach dem Vorfall, den sie mir erzählt hatte. So musste es also die Wahrheit sein.  Als ich ihre nächsten Worte hörte, musste ich leicht den Kopf schütteln. Es gibt immer eine Wahl im Leben. Selbst wenn es nur diese ist zu entscheiden, ob man lebt oder stirbt. Aber die Taten, gehören immer nur einem selbst. Du hast nun selbst entschieden, dass du dich wieder verschließt. Nur du, hast dir selbst dieses Los auferlegt. Denn es gibt hier niemanden, der es dir aufzwingt. Hier und jetzt könntest du sein wer du sein willst. Aber du hast dich wieder zu dem gewandt, was dir am Liebsten ist. Meine Worte waren ruhig und ich drehte den Kopf leicht schief. Als ich in ihre Augen sah, konnte ich die gewisse Kälte erkennen, die ihr blinder Gehorsam wohl in ihr auslöste. Heute hatte es keinen Sinn mehr weiter zu bohren. Denn ich wusste, mit jedem weiteren Wort, würde ich das Gegenteil von dem erreichen, dass sie haben wollte. Vielleicht war es besser, wenn ich ihr wieder ein wenig Freiraum gab. Ich hatte genug erfahren, um darauf später zurückgreifen zu können.  Genug Informationen, die ich in Krisenzeiten anbieten und als Handelseinsatz konnte. Ich sollte mich damit zufrieden geben. Aber ich war es nicht. Manchmal konnte diese Gier, einem von Innen heraus zerstören. Sie ließ einen unvorsichtig werden und manchmal blind. Es ist besser, wenn ich sie jetzt ihrer selbst überlasse um an das zu denken, was wir heute hier besprochen haben. Und doch will ich jetzt nicht gehen. Vielleicht.. vielleicht kann ich die Situation noch wenden.  Ich erhob mich zwar kurz von meinem Platz und schüttelte den Pelz, es änderte nichts an der Hitze die sich darin festgesetzt hatte, blieb aber an meiner Stelle stehen. Wahrscheinlich, willst du nicht weiter darüber reden. Ich werde aber hierbleiben, für den Fall, dass du es doch noch tust. Es ist nicht gut, wenn du alles in dich hinein frisst, das solltest du dir merken Leithra. Hast du denn je mit jemanden über etwas geredet?   Wie gerne würde ich mich auch nach Wasser umsehen, meine Kehle fühlt sich so ausgedorrt an. Wahrscheinlich auch noch von dem weiten Lauf bis hier her.  Die ersten Schritte wirkten für einen Moment ungelenkig und man konnte das Humpeln deutlich erkennen. Doch nach ein paar weiteren, fiel es mir leichter. Ich ging dicht an sie heran, sodass mein Pelz fast den ihren berührte. Mein Blick war auf sie gerichtet und ich sah ihr ohne zu zögern in die Augen. Du bist eine interessante Wölfin Leithra, sei dir gewiss, dass ich nicht aufgeben werde, nach deinem wahren Inneren zu suchen. Ich möchte lernen dich zu verstehen, egal wie oft ich dabei gebissen werde. Ein Wolfslächeln bereitete sich auf meinen Lefzen aus und ich versuchte kurz einen Blick in Innerstes zu erwischen. Dabei brannte mir die Sonne immer noch heiß auf den Pelz und machte jeden Moment zu einer anstrengenden Qual. Wie lange die Hitze wohl bleiben wird?, lenkten sich meine Gedanken wieder zu etwas anderem, doch eigentlich waren diese hier gar nicht wichtig. Langsam ließ ich mich wieder auf meine Hinterbeine fallen. Zwar ließ es mich dadurch erneut schwach erscheinen, so machte mir der lange Weg am Ende doch zu schaffen. Fast hätte ich sogar vergessen, wie weit ich gelaufen war. Und wie weit.. ich Feryu zurück gelassen hatte.

BtW: Leithra
(denkt kurz nach, antwortet kurz wieder, steht vor ihr
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Das Plateau, das der Sturm liebkost {IV}

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